Konstruktivismus und Handlungsorientierter Unterricht

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Konstruktivismus und Handlungsorientierter Unterricht

Didaktikseminar, 13.10.2009 Maria Knobelsdorf

Didaktik-Seminar, Konstruktivismus und Unterrichtsmethoden 2

Heutige Lehre an deutschen Universitäten: Vorlesung

•Der Dozent lehrt die Studierenden in der Vorlesung, d.h. der Dozent:
• ist zentrale Figur der Vorlesung
• „hat“ das Wissen und weiß zu seinem Thema „alles“
• gibt sein Wissen an die Studierenden in Form eines

Fachvortrags weiter

• direkte, lehrergesteuerte Unterweisung

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• Der Dozent entwickelt Übungsauf-
gaben für die Studierenden:

• basieren auf den Vorlesungsinhalten
• erfordern, dass die Studierenden
„nachahmen“ was in der Vorlesung vom
Dozenten präsentiert wurde

Didaktik-Seminar, Konstruktivismus und Unterrichtsmethoden

Heutige Lehre an deutschen Universitäten: Tutorium

•Im Tutorium lehrt der Tutor die Studierenden
•Der Tutor
• ist zentrale Figur des Tutoriums
• „hat“ das Übungszettel-Wissen
• wiederholt den „Stoff“ der Vorlesung
• präsentiert die Lösung der Übungsaufgaben oder lässt diese vortragen
• gibt Tipps und Anmerkungen für den nächsten Übungszettel

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• Im Tutorium wird vorgerechnet
• die Studierenden überprüfen ihre
Hausaufgaben
• Können die Aufgaben zu Hause
selbst nachrechnen

Didaktik-Seminar, Konstruktivismus und Unterrichtsmethoden

Heutige Lehre an deutschen Universitäten: Klausur
• In der Abschlussklausur wird das instruktionell vermittelte Wissen
bei den Studierenden überprüft
• Bei einem nicht gewünschten Ergebnis muss der Studierende den
Instruktionszirkel wiederholen

Didaktik-Seminar, Konstruktivismus und Unterrichtsmethoden 5

Der Nürnberger Trichter und die Weitergabe des Wissens

Didaktik-Seminar, Konstruktivismus und Unterrichtsmethoden 6

Konstruktivismus

•Wissen ist kein fertiges Produkt – abgepackt in Büchern oder Artikeln
•Wissen kann nicht weitergereicht werden von einem zum anderen als
wäre es ein Sandsack
•Weiterreichen kann man Informationen – kein Wissen!

•Wissen kann nur jedes Individuum aufs neue für sich konstruieren

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•Konstruieren heißt: Sinnzusammenhänge in Informationen herstellen
auf Grundlage des bisherigen Wissens

-> das ist ein aktiver Vorgang, den jeder Lernende selbst durchführen
muss

Didaktik-Seminar, Konstruktivismus und Unterrichtsmethoden

Konstruktivismus und Handlungsorientierter Unterricht I
•Unterricht wird zum Arrangement von Lernmöglichkeiten
•Im Zentrum steht der Studierende und seine Wissenskonstruktion
•Neue Rollen: der Dozent und Tutor werden zu Lernbegleitern:
• Lerninhalte aufbereiten und zur Verfügung stellen
• Medien und Räumlichkeiten zur Verfügung stellen
• fachlich qualifizierter Ansprechpartner sein
• den Lernprozess der Studierenden begleiten (Spannungsverhältnis zwischen
Wissenskonstruktion des Dozenten und der Studierenden)

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•Möglichkeiten des Dozenten Unterricht konstruktivistisch zu gestalten:

-> http://methodenpool.uni-koeln.de/frameset_uebersicht.htm

Didaktik-Seminar, Konstruktivismus und Unterrichtsmethoden

Advance Organizer – Der Konstruktionsplan
•Methode von David Ausubel entwickelt
•Weniger eine Unterrichtsmethode, eher eine bestimmte Lernphase
•Idee: Gesamtzusammenhang am Anfang präsentieren
•Organisation und Strukturierung des zu Erlernenden
•Das Ziel ist eine Übersicht über das Thema zu geben, besseres
Verstehen, Klärung von Missverständnissen und längerfristiges Behalten
der Informationen

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•sollte Begriffe, Bilder, Grafiken, Strukturelemente und kurze Texte
enthalten
•bleibt während der gesamten Unterrichtsreihe in Plakatgröße an der
Wand und kann von Lehrenden und Lernenden immer wieder zur
Zusammenfassung und als Überblick benutzt werden

organizer.pdf erişimi için tıklayın

Didaktik-Seminar, Konstruktivismus und Unterrichtsmethoden

Fachvorträge
•Klären welchen Zweck (vom Konstruktivismus ausgehend) der Vortrag
haben soll:
•Vorführen zwecks Nachahmen?
•Präsentieren zwecks kennenlernen, im Sinne eines Organizers?

•induktiver, deduktiver Aufbau?
•Prägnante Beispiele = kontextualisierte Beispiele, die an Vorwissen
anknüpfen

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•Fokussierung auf das Wesentliche (Begrenzte Speicherkapazität)
•Vorträge sollten kurz sein (ca. 20 Minuten)
•Vorträge unterbrechen für Gruppen- oder Einzelarbeit:
• kleine Aufgabe zum gerade Präsentierten geben -> mit Partner lösen oder
Kurzessay verfassen
•Bei abstrakten Themen mit Visualisierung/Simulationen arbeiten:
Tafel, Software-Anwendung

Didaktik-Seminar, Konstruktivismus und Unterrichtsmethoden

Stationenlernen

•Ein großes Thema wird in Arbeitsaufträge eingeteilt
•Jeder Auftrag wird an einer Stelle im Raum platziert (Station)
•Jeder Lerner bestimmt selbst wann welche Stationen wie lange
durchlaufen werden
•ermöglicht selbstorganisiertes Lernen mit hoher Eigenständigkeit
•Lehrer steht als Hilfe zur Verfügung
•Hoher Material- und Vorbereitungsaufwand

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•Insgesamt bessere Lernergebnisse

Didaktik-Seminar, Konstruktivismus und Unterrichtsmethoden

Rollenspiele
• Ein Thema wird spielerisch dargestellt
• Hilfreich um gemeinsames arbeiten zu fördern
• In der Informatik vor allem hilfreich um komplexe Strukturen
motorisch und visuell zu erfassen

• Beispiele:
• Modellierung in OOP

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• Automaten: http://csunplugged.com/de/finite-state-automata
• Netzwerke (z.B. Routing):

Bergin, Joseph: The Object Game. An Exercise for Studying Objects. June 2000.
http://csis.pace.edu/~bergin/patterns/objectgame.html

Fothe, Michael: Algorithmen in spielerischer Form. In: Informatische Bildung in

Didaktik-Seminar, Konstruktivismus und Unterrichtsmethoden

Lernen durch Lehren (LdL)

•LdL ist ein generelles Lernkonzept
•Unterrichtsthemen werden auf die Lernenden verteilt
•Lernende bereiten Themen auf und unterrichten sich gegenseitig
•Anders als beim Referat verfolgen die Lernenden Lehrziele!

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Ansätze von LdL findet man in den folgenden Methoden:
•Expertengespräche/Gruppenpuzzle:

•Kugellager (gut für Wiederholung)
•Referat ausarbeiten, schriftlich zusammenfassen und im Vortrag
präsentieren (im Ansatz)

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Konstruktivismus II

•Lernen ist ein Konstruktions- und kein Rezeptionsprozess
•Das abrufbare Wissen ist im Gedächtnis in semantischen Netzwerken
miteinander verbunden
•Neue Erfahrungen werden in bestehende netzwerkartig organisierte
Denkstrukturen eingewoben und gegebenenfalls werden zusätzliche
Verbindungen geknüpft oder ganze Umstrukturierungen angeregt
•Die Erinnerung erfolgt assoziativ
•Lernen findet eingebettet in Zusammenhängen und Situationen statt

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•In der Auseinandersetzung mit dem Lerngegenstand muss der
Lernende die Möglichkeit haben, verschiedene Perspektiven und
Betrachtungsweisen einzunehmen

Didaktik-Seminar, Konstruktivismus und Unterrichtsmethoden

Problembasiertes Lernen (PBL)
•Das gelernte Wissen in einer konkreten Situation einsetzen
•kontextbasiert umsetzen, was vorher abstrakt gelernt wurde?
•Große Probleme in der Medizinausbildung (gute Klausurergebnisse,
schlechte Umsetzung in der Praxis)
•Problembasiertes Lernen (PBL): ein Problem steht im Vordergrund, für
das eine Lösung gefunden werden muss
•gelernt wird an konkreten Problemen im Team in Begleitung eines
Tutors/Dozenten/Lehrers:

•PBL ist fächerübergreifendes, selbstgesteuertes und kooperatives
Lernen

Didaktik-Seminar, Konstruktivismus und Unterrichtsmethoden

Methoden? Theorien?

• LDL, PBL, Expertengespräche???

Welche Methode ist am geeignetsten?

• Die Methode ist nicht entscheidend
• Wichtig ist Lernen und Lehre neu zu denken
• Das instruktionelle Modell verlassen
• Lernen und Lehre konstruktivistisch begreifen

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Die einzige Methode, die nicht funktioniert ist die Trichtermethode:

Didaktik-Seminar, Konstruktivismus und Unterrichtsmethoden

Das neue Lernparadigma
•Die Umsetzung des neuen Lernparadigmas verläuft unterschiedlich

•Hochschule: PBL in medical schools standard, buisness/law schools
zunehmend
•Hochschule in Deutschland: Bologna-Prozess, Fokus auf
Umstrukturierung, in Medizin und Pflegeberufen vermehrt, vereinzelt in
einigen Veranstaltungen, Modulen, z.B.
Schule: PISA, Reformschulen, z.B.

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