Germen

Regelkatalog zu Aktiv und Passiv

Okuma Süresi:11 Dakika, 55 Saniye

Regelkatalog zu Aktiv und Passiv (genus verbi)

I. Gebrauch

Mit dem Aktiv und Passiv kann ein und derselbe Vorgang aus unterschiedlichen Perspektiven dargestellt werden. Im Aktivsatz steht das handelnde Subjekt, der Urheber des Sachverhalts, der “Täter” (Agens) im Mittelpunkt, die Darstellung des Ereignisses ist somit agenszentriert.

Die Fachgruppe arbeitet das Gesetz aus

Im Passivsatz befindet sich das handelnde Subjekt, der Urheber des Sachverhalts (Agens) nicht mehr im Mittelpunkt, entfällt häufig sogar. Die Darstellung des Ereignisses ist somit agensabgewandt.

Das Gesetz wird (von der Fachgruppe) ausgearbeitet

Da im Passiv die Handlung oder das Ergebnis einer Handlung im Vordergrund steht und der Handelnde selbst in den Hintergrund tritt, wird das Passiv vor allem für solche Textsorten verwendet, in denen das handelnde Subjekt (Agens) nicht von Bedeutung ist. Die Berichterstattung vermittelt Distanz und den Eindruck größerer Objektivität.

Textsorten, die überwiegend im Passiv verfasst sind:

· verwaltungssprachliche Texte

· Gesetzestexte · Protokolle · Inhaltsangabe

· Versuchs- oder Verfahrensbeschreibungen · Thesenpapier

· Bedienungsanleitungen

· Rezepte

II. Passivtransformation

1. Allgemein

Um ein Vorgangspassiv zu bilden, muss ein Täter, Urheber eines Sachverhalts erkennbar sein. Bei der Passivtransformation wird das Akkusativobjekt des Aktivsatzes zum Subjekt des Passivsatzes. Das Subjekt (Agens) des Aktivsatzes wird zum Präpositionalobjekt (Agens) des Passivsatzes.

Alle übrigen Satzglieder werden unverändert im Passivsatz übernommen. Das Subjekt man entfällt im Passivsatz.

2. Agensangabe

Das Akkusativobjekt des Aktivsatzes wird zum Subjekt des Passivsatzes. Das Subjekt des Aktivsatzes (Agens) wird zu einer Präpositionalgruppe, die mit vonoder durch angeschlossen wird. Häufig wird es aber auch nicht genannt, dann wenn es

· bekannt

· unwichtig

· selbstverständlich ist, oder wenn es aus verschiedenen Gründen nicht genannt werden soll.

3. Formenbildung des Vorgangspassivs

Aktiv Vorgangspassiv

Präsens Die Fachgruppe arbeitet das Gesetz aus. Das Gesetz wird ausgearbeitet.

Perfekt Die Fachgruppe hat das Gesetz ausgearbeitet. Das Gesetz ist ausgearbeitet worden.

Präteritum Die Fachgruppe arbeitete das Gesetz aus. Das Gesetz wurde ausgearbeitet.

Plusquamperfekt Die Fachgruppe hatte das Gesetz ausgearbeitet. Das Gesetz war ausgearbeitet worden.

Futur I Die Fachgruppe wird das Gesetz ausarbeiten. Das Gesetz wird ausgearbeitet werden.

Futur II Die Fachgruppe wird das Gesetz ausgearbeitet haben. Das Gesetz wird ausgearbeitet worden sein.

4. Vorgangspassiv mit Modalverben

Aktiv Vorgangspassiv

Präsens Die Fachgruppe kann das Gesetz ausarbeiten. Das Gesetz kann ausgearbeitet werden.

Perfekt Die Fachgruppe hat das Gesetz ausarbeiten können. Das Gesetz hat ausgearbeitet werden können.

Präteritum Die Fachgruppe konnte das Gesetz ausarbeiten. Das Gesetz konnte ausgearbeitet werden.

Plusquamperfekt Die Fachgruppe hatte das Gesetz ausarbeiten können. Das Gesetz hatte ausgearbeitet werden können.

Futur I Die Fachgruppe wird das Gesetz ausarbeiten können. Das Gesetz wird ausgearbeitet werden können.

Futur II Die Fachgruppe wird das Gesetz ausgearbeitet haben können. Das Gesetz wird ausgearbeitet worden sein können.

Das Akkusativobjekt des Aktivsatzes wird zum Subjekt des Passivsatzes. Das Modalverb bleibt finites Verb und das Vollverb des Aktivsatzes wird zum Partizip II. Im Nebensatz ist die Verbstellung beim Perfekt und Plusquamperfekt zu beachten:

· Man glaubt, dass die Fachgruppe das Gesetz hat ausarbeiten können.

· Man glaubt, dass das Gesetz hat ausgearbeitet werden können.

5. Vorgangspassiv im Konjunktiv II

Aktiv Vorgangspassiv

Präsens Die Fachgruppe würde das Gesetz ausarbeiten. Das Gesetz würde ausgearbeitet.

Perfekt Die Fachgruppe hätte das Gesetz ausgearbeitet.* Das Gesetz wäre ausgearbeitet worden.*

Präteritum Die Fachgruppe hätte das Gesetz ausgearbeitet.* Das Gesetz wäre ausgearbeitet worden.*

Plusquamperfekt Die Fachgruppe hätte das Gesetz ausgearbeitet.* Das Gesetz wäre ausgearbeitet worden.*

Futur I Die Fachgruppe würde das Gesetz ausarbeiten. Das Gesetz würde ausgearbeitet werden.

Futur II Die Fachgruppe würde das Gesetz ausgearbeitet haben. Das Gesetz würde ausgearbeitet worden sein.

*Beachten Sie, dass Perfekt, Präteritum und Plusquamperfekt im Konjunktiv eine gemeinsame Form besitzen.

6. Vorgangspassiv und Konjunktiv I

Aktiv Vorgangspassiv

Präsens Die Fachgruppe arbeite das Gesetz aus. Das Gesetz werde ausgearbeitet.

Perfekt Die Fachgruppe habe das Gesetz ausgearbeitet.* Das Gesetz sei ausgearbeitet worden.*

Präteritum Die Fachgruppe habe das Gesetz ausgearbeitet.* Das Gesetz sei ausgearbeitet worden.*

Plusquamperfekt Die Fachgruppe habe das Gesetz ausgearbeitet.* Das Gesetz sei ausgearbeitet worden.*

Futur I Die Fachgruppe werde das Gesetz ausarbeiten. Das Gesetz werde ausgearbeitet werden.

Futur II Die Fachgruppe werde das Gesetz ausgearbeitet haben. Das Gesetz werde ausgearbeitet worden sein.

*Beachten Sie, dass Perfekt, Präteritum und Plusquamperfekt im Konjunktiv eine gemeinsame Form besitzen.

7. Passivfähigkeit

Passivfähigkeit setzt voraus, dass hinter der Handlung, dem Geschehen ein Urheber erkennbar ist.

Nicht alle transitiven Verben mit einem Akkusativobjekt sind passivfähig. Demnach sind nicht passivfähig:

1. transitive Verben

o Verben des Besitzens, Habens, (auch geistiges Besitzen)

bekommen, besitzen, erhalten, haben, kennen, wissen, etc.

o Verben, die eine Menge, einen Betrag, ein Gewicht angeben

beinhalten, betragen, enthalten, kosten, wiegen etc.

2. intransitive Verben

o intransitive Verben, die ihr Perfekt mit sein bilden (Verben der Zustandsänderung, Bewegung)

aufwachen, gehen, laufen, etc.

o intransitive Verben, die ihr Perfekt mit haben bilden, so genannte absolute Verben

atmen, blühen, brennen etc. o echte reflexive Verben

sich freuen, sich schämen, etc. (Eine Ausnahme bilden energische Aufforderungen und allg. Feststellungen / Schon vor den Abstimmungen wird sich nicht eindeutig geäußert.) o unechte reflexive Verben

sich beherrschen, sich interessieren, sich verändern (wenn anstelle eines Objekts ein Reflexivpronomen auftritt, z.B. ich beherrsche mich- ich werde von mir beherrscht = unlogisch)

3. weitere Verbgruppen, die kein Passiv bilden können

o unpersönliche Verben

es gibt, es regnet, es schneit, etc.

o Verben, deren Akkusativobjekt eng zum Verb gehört (häufig auch Funktionsverbgefüge)

Zustimmung finden, zum Abschluss kommen

8. Subjektloses und unpersönliches Passiv

Hat der Aktivsatz kein Akkusativobjekt, kann der Passivsatz kein Subjekt haben, ist also subjektlos.

Wir arbeiten an einem großen Projekt. → An einem großen Projekt wird gearbeitet.

Diese subjektlosen Sätze stehen immer im Singular. Das Vorfeld wird entweder durch ein Satzglied besetzt oder durch es als “stellvertretendes” Subjekt.

Es wird verwendet, wenn:

1. kein Subjekt vorhanden ist. (es ist stellvertretend für das Subjekt)

Es wird an einem großen Projekt gearbeitet. (besser ohne es: An einem großen Projekt wird gearbeitet.)

Oder:

2. das Subjekt ein Satz ist: (es im Vorfeld erleichtert die Lesbarkeit)

Es wird erwartet, dass die Mitarbeiter engagiert sind. (Dass die Mitarbeiter engagiert sind wird erwartet. = weniger gut lesbar)

Es als stellvertretendes Subjekt steht nur am Beginn eines Hauptsatzes, nie in Nebensätzen.

Allen ist bekannt, dass schon lange an diesem Projekt gearbeitet wird.

III. Passiversatz

Um eine Häufung von Passivkonstruktionen zu vermeiden und trotzdem eine passivische Sichtweise auszudrücken, können auch Passivumschreibungen gebildet werden. Diese so genannten Passiversatzformen haben eine aktivische Verbform, jedoch eine passivische Bedeutung. Dabei ist das Subjekt des Satzes nicht der Urheber der Handlung oder Agens des Geschehens, sondern Objekt der Handlung.

· Dieses Kapitel ist leicht zu verstehen.

· Man kann das Kapitel leicht verstehen.

· Das Kapitel kann leicht verstanden werden.

Passiversatzformen können in zwei Gruppen aufgeteilt werden, die mit Modalfaktor und die ohne Modalfaktor.

1. Passiversatz mit Modalfaktor

1. sein (bleiben, stehen, es gibt, gehen*) + zu + Infinitiv

o Die Prüfung ist bis zum Semesterende abzulegen.

o Die Prüfung kann/soll/sollte/muss bis zum Semesterende abgelegt werden.

Die Konstruktion sein + zu + Infinitiv drückt je nach Kontext eine Möglichkeit (kann), eine Forderung (soll) bzw. Empfehlung (sollte) oder eine Notwendigkeit (muss) aus. Der Handelnde, das Agens wird in der Regel nicht genannt.

* bleiben, stehen, es gibt, gehen + zu + Infinitiv werden relativ selten verwendet.

2. Reflexivkonstruktion

Der Artikel liest sich schnell.

o → Man kann den Artikel schnell lesen.

o → Der Artikel kann schnell gelesen werden.

Die Reflexivkonstruktion drückt eine Möglichkeit (kann) aus. Bei dieser relativ selten gebrauchten Form des Passiversatzes kann das Subjekt nur eine Sache sein. Der Handelnde, das Agens kann nicht genannt werden. 3. sein + Adjektiv + Suffix -bar, -lich, -fähig

Der Artikel ist lesbar. → Der Artikel kann gelesen werden.

Der Artikel ist verständlich. → Der Artikel kann verstanden werden.

Der Artikel ist erweiterungsfähig. → Der Artikel kann erweitert werden.

Diese Form des Passiversatzes kann nicht von allen Verben gebildet werden und drückt eine Möglichkeit (kann) aus. Der Handelnde, das Agens kann nicht genannt werden.

4. es heißt, es gilt, + Infinitiv mit zu gehören + Partizip II

o Es gilt, dieses Studium erfolgreich zu beenden.

o Es heißt, dieses Studium erfolgreich zu beenden.

o → Dieses Studium muss / sollte erfolgreich beendet werden.

o → Man muss / sollte dieses Studium erfolgreich beenden.

Dieser Artikel gehört veröffentlicht.

o → Dieser Artikel muss / sollte veröffentlicht werden.

o → Man muss / sollte diesen Artikel veröffentlichen.

Diese Passivumschreibungen drücken eine Notwendigkeit (muss) bzw. eine Empfehlung (sollte) aus. Das Subjekt kann nur es bzw. eine Sache sein. Das Agens wird nicht genannt.

5. sich lassen + Infinitiv

Der Artikel lässt sich erklären → Der Artikel kann erklärt werden.

Die Umschreibung mit lassen + Infinitiv drückt eine Möglichkeit (kann) aus. Dass die Handlung, das Geschehen möglich sind, liegt an der Sache und deren Beschaffenheit und nicht am Urheber des Geschehens. Der Handelnde, das Agens kann nicht genannt werden.

2. Passiversatz ohne Modalfaktor

1. sich / etwas / jdn. lassen + Infinitiv

Die Dozentin lässt Wörterbücher benutzen. → Die Dozentin erlaubt, dass Wörterbücher benutzt werden.

Im Gegensatz zur Passivumschreibung sich lassen + Infinitiv mit Modalfaktor handelt es sich hier um eine Passivumschreibung, bei der es sich um Personen handelt und der Handelnde genannt werden kann. Diese Form drückt die Bedeutung veranlassen, erlauben aus.

2. Adressatenpassiv: bekommen, erhalten, (kriegen*) + Partizip II

Die Studierenden bekommen den Sachverhalt von der Dozentin erklärt. → Den Studierenden wird der Sachverhalt von der Dozentin erklärt.

Diese Form des Passiversatzes lässt sich nur von Verben bilden, die ein Dativ- und ein Akkusativobjekt haben (jdm. etwas anbieten, schenken etc.). Im Adressatenpassiv wird das Dativobjekt zum Subjekt, während das Akkusativobjekt, die Sache, Akkusativobjekt bleibt. Der Handelnde kann genannt werden.

* kriegen wird umgangssprachlich verwendet. In schriftlichen Texten wird bekommen/erhalten bevorzugt.

3. passivische Funktionsverbgefüge

Funktionsverbgefüge bestehen aus einem Funktionsverb (ein Verb, das wenig Eigenbedeutung hat) und einem nominalen Bestandteil, beide bilden eine semantische Einheit. Diese Gefüge sind typisch für die Verwaltungs-, Fach- und Nachrichtensprache. Sie können aktivische oder passivische Bedeutung haben.

Die Arbeit findet Anerkennung.

o → Man erkennt die Arbeit an.

o → Die Arbeit wird anerkannt.

Diese Form der Passivumschreibung ist nur möglich, wenn ein Grundverb zur Verfügung steht, das vom nominalen Teil des Funktionsverbgefüges abgeleitet ist (Anerkennung → anerkennen) . Die Verbalsubstantive können im Präpositionalkasus (in Erfahrung bringen), im Akkusativ (Anerkennung finden) oder seltener im Dativ (einer Kontrolle unterliegen) stehen. Das Agens kann genannt werden.

IV. Zustandspassiv

1. Unterscheidung von Vorgangs- und Zustandspassiv

Das Zustandspassiv wird gebildet mit dem Auxiliarverb sein und dem Partizip II des Vollverbs.

Das Gesetz ist ausgearbeitet.

IV. Zustandspassiv

1. Unterscheidung von Vorgangs- und Zustandspassiv

Das Zustandspassiv wird gebildet mit dem Auxiliarverb sein und dem Partizip II des Vollverbs.

Das Gesetz ist ausgearbeit

Das Zustandspassiv unterscheidet sich vom Vorgangspassiv in der Perspektive auf das Gesagte. Beim Vorgangspassiv steht der Vorgang, der noch nicht abgeschlossen ist, im Mittelpunkt, das Geschehen ist somit prozessorientiert (dynamisch). Das Zustandspassiv stellt dagegen einen Zustand dar, der das Resultat eines abgeschlossenen Vorgangs ist (statisch). Somit ist das Aktiv wie auch das Vorgangspassiv im Vergleich zum Zustandspassiv vorzeitig.

Die Fachgruppe arbeitet das Gesetz aus. (Aktiv)

· → Das Gesetz wird ausgearbeitet. (Vorgangspassiv)

· → Das Gesetz ist ausgearbeitet. (Zustandspassiv)

Gemeinsam ist dem Vorgangs- und Zustandspassiv, dass das Subjekt nicht identisch mit dem Agens ist. Beim Zustandspassiv wird das Agens in der Regel nicht genannt.

2. Formenbildung

Vorgangspassiv Zustandspassiv

Präsens Das Gesetz wird ausgearbeitet. Das Gesetz ist ausgearbeitet.

Perfekt Das Gesetz ist ausgearbeitet worden. Das Gesetz ist ausgearbeitet gewesen.

Präteritum Das Gesetz wurde ausgearbeitet. Das Gesetz war ausgearbeitet.

Plusquamperfekt Das Gesetz war ausgearbeitet worden. Das Gesetz war ausgearbeitet gewesen.

Futur I Das Gesetz wird ausgearbeitet werden. Das Gesetz wird ausgearbeitet sein.

Futur II Das Gesetz wird ausgearbeitet worden sein. Das Gesetz wird ausgearbeitet gewesen sein.

3. Zustandspassiv im Konjunktiv II

Vorgangspassiv Zustandspassiv

Präsens Das Gesetz würde ausgearbeitet. Das Gesetz wäre ausgearbeitet.

Perfekt Das Gesetz wäre ausgearbeitet worden.* Das Gesetz wäre ausgearbeitet gewesen.*

Präteritum Das Gesetz wäre ausgearbeitet worden.* Das Gesetz wäre ausgearbeitet gewesen.*

Plusquamperfekt Das Gesetz wäre ausgearbeitet worden.* Das Gesetz wäre ausgearbeitet gewesen.*

Futur I Das Gesetz würde ausgearbeitet werden. Das Gesetz würde ausgearbeitet sein.

Futur II Das Gesetz würde ausgearbeitet worden sein. Das Gesetz würde ausgearbeitet gewesen sein.

* Beachten Sie, dass Perfekt, Präteritum und Plusquamperfekt im Konjunktiv eine gemeinsame Form besitzen.

4. Zustandspassiv im Konjunktiv I

Vorgangspassiv Zustandspassiv

Präsens Das Gesetz werde ausgearbeitet. Das Gesetz sei ausgearbeitet.

Perfekt Das Gesetz sei ausgearbeitet worden. * Das Gesetz sei ausgearbeitet gewesen.*

Präteritum Das Gesetz sei ausgearbeitet worden.* Das Gesetz sei ausgearbeitet gewesen.*

Plusquamperfekt Das Gesetz sei ausgearbeitet worden.* Das Gesetz sei ausgearbeitet gewesen.*

Futur I Das Gesetz werde ausgearbeitet sein. Das Gesetz werde ausgearbeitet sein.

Futur II Das Gesetz werde ausgearbeitet worden sein. Das Gesetz werde ausgearbeitet gewesen sein.

* Beachten Sie, dass Perfekt, Präteritum und Plusquamperfekt im Konjunktiv eine gemeinsame Form besitzen.

5. Beschränkung bei der Bildung des Zustandspassivs

1. In der Regel lässt sich aus den transitiven Verben, die ein Vorgangspassiv bilden können, auch ein Zustandspassiv bilden. Jedoch gibt es transitive Verben, die zwar die Bildung eines Vorgangspassivs, aber kein Zustandspassiv erlauben.

Man bewundert den Politiker. → Der Politiker wird bewundert. Aber nicht: ∗Der Politiker ist bewundert.

Die Voraussetzung zur Bildung eines Zustandspassivs liegt in der Bedeutung des Verbs. D.h. es muss sich semantisch um Verben handeln, die einen Übergang von einem Zustand in einen anderen ausdrücken. Indem der Vorgang oder das Geschehen abgeschlossen ist, muss ein neuer, veränderter Zustand von gewisser Dauer entstanden sein.

Das Gesetz wird ausgearbeitet. → Das Gesetz ist ausgearbeitet.

2. Intransitive Verben können in der Regel kein Zustandspassiv bilden.

Die Deutschen reisen nach wie vor viel. → Nach wie vor wird viel gereist. Aber nicht: ∗Nach wie vor ist viel gereist.

Ausnahmen bilden einige Verben mit einem Dativobjekt, die vereinzelt ein subjektloses Zustandspassiv bilden.

Dem Studenten ist mit der Literaturangabe nicht geholfen.

6. Abgrenzungen zu anderen Konstruktionen

Das Zustandspassiv wird durch seine Bildung von sein + Partizip II häufig mit dem

· prädikativen Adjektiv

· Zustandsreflexiv und dem

· Perfekt Aktiv verwechselt.

Im Gegensatz zu diesen drei Konstruktionen lässt sich das Zustandspassiv immer auf ein Vorgangspassiv im Perfekt oder Präsens bzw. einen entsprechenden Aktivsatz zurückführen.

Das Gesetz ist ausgearbeitet. (Zustandspassiv) lässt sich herleiten aus ← Das Gesetz ist ausgearbeitet worden. (Vorgangspassiv im Perfekt)

Das Gebiet ist von Nomaden bewohnt. (gleichzeitig zu) ← Das Gebiet wird von Nomaden bewohnt (gleichzeitig zu) ← Nomaden bewohnen das Gebiet.

Das prädikative Satzadjektiv

Der Politiker ist verschlossen

lässt sich nicht zurückführen auf:

*Der Politiker ist verschlossen worden. *Der Politiker wird verschlossen. *Man verschließt den Politiker. Das Zustandsreflexiv (echte und unechte Reflexivverben)

Der Politiker ist geeignet

lässt sich nicht zurückführen auf:

*Der Politiker ist geeignet worden. *Der Politiker wird geeignet. *Man eignet den Politiker.

Das Perfekt Aktiv

Der Antrag ist eingetroffen

lässt sich nicht zurückführen auf:

*Der Antrag ist eingetroffen worden. *Der Antrag wird eingetroffen. *Man trifft den Antrag ein

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