Samantik Anlam Bilimi

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„Einführung in die deutsche Sprachwissenschaft“ (V) Semantik I Gliederung 1) Semantik als wissenschaftliche Disziplin 2) Was heißt “Bedeutung”? 3) Lexikalische und kompositionale Bedeutung 4) Extension und Intension 5) Denotation und Konnotation 6) Polysemie und Homonymie 7) Synonymie 8) Antonymie und Komplementarität 9) Heteronymie 10) Hyperonymie und Hyponymie Semantik als wissenschaftliche Disziplin Funktionsweise des Witzes: wörtliche Lesart metaphorischer Ausdrücke – “Hunde” = eigentlich als negativ konnotierter Ausdruck für Menschen – “Weg abschneiden” = eigentlich Metapher für ‘jmd. den Weg versperren’ Semantik als wissenschaftliche Disziplin = semantische Erklärung: Bezugnahme auf die Bedeutung von Wörtern, Phrasen und Sätzen Ein semantisches Modell muss z.B. erklären können, – was Wörter wie Hund, Weg oder abschneiden bedeuten und wie man diese Bedeutungen beschreiben kann = Wortsemantik – was Wendungen wie den Weg abschneiden von freien Syntagmen wie den Weg entlanggehen, den Weg verlassen usw. unterscheidet = Phraseologie – wie wir aus den Teilbedeutungen der Wörter und Wendungen die Bedeutung des Gesamtsatzes erschließen können = Satzsemantik Was heißt “Bedeutung”? Beispiel: Was ist ein Tisch? Was heißt “Bedeutung”? Tisch = vier Beine? aus Holz? rechteckig? waagerechte Fläche? … Was heißt “Bedeutung”? – Es gibt typische und weniger typische Tische. – Möglicherweise findet sich kein Merkmal, das für alle Tische gilt. – In den Sprachen wird der Ausdruck Tisch unterschiedlich gebraucht: Ladentisch, Schreibtisch, Waschtisch = engl. counter, desk, washing stand/washstand = frz. comptoir, secrétaire/bureau, lavabo = ital. scrivania, banco, lavamano > Keine Kategorie Tisch wie im Deutschen. Was heißt “Bedeutung”? Was bedeutet Hund? ein Tier, das beißt ein Tier, das man auf den Schoß nimmt und mit Löffelbiskuits füttert > Diese Beschreibungen erfassen nicht die Bedeutung von Hund in der deutschen Sprache! > In der Semantik sollen allgemeingültige Bedeutungen erfasst werden (nicht individuelle Vorstellungen oder Assoziationen) Was heißt “Bedeutung”? ein Tier, das mein Grundstück bewacht Verwendungsweisen des Wortes Bedeutung/bedeuten im Deutschen: 1) Sie bedeutete ihm zu schweigen. 2) Das ist nicht von Bedeutung. 3) Schwarze Wolken? Oh, das bedeutet nichts Gutes … 4) Rolexuhr bedeutet Reichtum. Was heißt “Bedeutung”? Nur Nr. 3) und 4) haben annähernd etwas mit dem sprachwiss. Begriff “Bedeutung” zu tun: “Etwas steht für etwas anderes” (ist ein Zeichen für etwas anderes). In der Linguistik geht es nur um die Bedeutung sprachlicher Ausdrücke. Hund, Tisch, Katze, Blei, Platte, Baum, neun, klug, kaputt, hübsch = lexikalische Bedeutungen, müssen gelernt werden Lexikalische und kompositionale Bedeutung Hundetisch, Katzenbaum, Bleiplatte, unkaputtbar, aufhübschen = kompositionale Bedeutungen, können erschlossen werden, wenn die Bedeutungen der einzelnen Komponenten bekannt sind am Rad drehen, die Flinte ins Korn werfen, sich aufs Ohr hauen = ebenfalls lexikalische Bedeutungen (hier: feste Redewendungen), müssen als Ganzes gelernt werden Extension einer Bedeutung (extensionale Bedeutung): Begriffsumfang Menge aller Elemente, auf die sich die Bedeutung bezieht (Referenten) Bsp.: Extension von Hund: alle Objekte, auf die man konventionell mit dem Wort Hund referieren kann Extension und Intension Intension einer Bedeutung (intensionale Bedeutung): Begriffsinhalt Menge aller Merkmale, aus denen sich die Bedeutung zusammensetzt Bsp.: Intension von Hund: Merkmale wie ‘Begleiter des Menschen’, ‘Haustier’, ‘bellt’, ‘hat Fell’, ‘hat 4 Beine’, ‘wedelt mit dem Schwanz’ usw. Bedeutungserweiterung: mhd. frouwe ‘adlige Dame’ > nhd. Frau ‘erwachsener weibl. Mensch’ = Erweiterung der Extension (Frau referiert auf eine viel größere Gruppe von Menschen als frouwe) = Verringerung der Intension (Frau enthält mindestens ein Merkmal weniger als frouwe, nämlich ‘adlig’) Extension und Intension Bedeutungsverengung: mhd. hôchgezît ‘Fest’ > nhd. Hochzeit ‘Fest zur Heirat’ = Verringerung der Extension (Hochzeit referiert auf eine kleinere Gruppe von Feieranlässen als hôchgezît) = Vergrößerung der Intension (Hochzeit enthält ein Merkmal mehr als hôchgezît, nämlich ‘auf die Heirat bezogen’) Denotation: 1) die vom Zeichen bezeichneten Dinge (Menge aller Referenten) 2) die sachlich-neutrale lexikalische Kernbedeutung Bsp.: Hund – Köter – Töle – Wauwau = dieselbe Denotation (gleiche Referenten, gleiche Kernbedeutung) Denotation und Konnotation Konnotation: das, was von einem Wort über den begrifflichen Kern hinaus mitbezeichnet wird (jedoch nicht individuelle Assoziationen) Bsp.: Hund: neutral Köter/Töle: mit negativer Wertung Wauwau: konnotiert Kindersprache Denotation und Konnotation Arten der Konnotation: – Stilwerte: Antlitz – Gesicht – Fresse, Ross – Pferd – Gaul – Regionale Konnotationen: Tomate – Paradeiser, Fahrrad – Velo, sich unterhalten – schnacken, Broiler – Brathähnchen – Fachsprachliche Konnotationen: Laut – Phon, Platzangst – Klaustrophobie, schwitzen – transpirieren – Gruppensprachliche Konnotationen: krass, geil Beispiel (1): Blatt Blatt1 : ‘Teil einer Pflanze’ Blatt2 : ‘Stück Papier’ Blatt3 : ‘Spielkarten, die ein Spieler auf der Hand hat’ Blatt4 : ‘flaches Metallstück’ (wie in Sägeblatt) – Ein Wort besitzt mehrere Bedeutungen = Polysemie – Polysemie als Normalfall: Fast alle Wörter sind polysem. Weitere Beispiele: – alt: mein altes (= nicht neues) Handy, die alte (= nicht junge) Frau, die alten (= nicht heutigen) Römer – historisch: in historischer (= schriftlich bezeugter) Zeit, ein historischer (= besonders bedeutsamer) Augenblick – Schule: dort wird eine Schule gebaut (Gebäude), Gewalt in der Schule (Institution), nach der Schule gehe ich skaten (Unterrichtszeit), nach der Schule will ich studieren (Schullaufbahn), die Schule von Rembrandt (Künstler und seine Schüler), die Kopenhagener Schule (Wissenschaftlergruppe), Baumschule (Gärtnerei), Walschule (Tierherde) usw. Polysemie und Homonymie Beispiel (2): Tau Tau1 : ‘an der Erdoberfläche sich tropfenförmig niederschlagende Feuchtigkeit der Nachtluft’ Tau2 : ‘starkes Seil’ – Zwei Wörter sind ausdrucksidentisch = Homonymie – Homonymie als Ausnahmefall – weitere Beispiele: Kiefer, Reif, Ton Polysemie und Homonymie Kriterien zur Unterscheidung von Polysemie und Homonymie: (1) Diachronisches Kriterium: Etymologie – Polysemie: gleiche Herkunft der Wortformen – Homonymie: unterschiedliche Herkunft Bsp.: Alle Verwendungsweisen für Blatt (Nr. 1-4) gehen auf dieselbe etymologische Wurzel zurück. ahd. blat < germ. *blada- < ie. *bhlē-, *bhlō- ‘blühen, üppig sprießen’ Polysemie und Homonymie Dagegen: der Tau1 : ahd. tou < ie. *dheu- ‘laufen, rinnen’ das Tau2 : as. tou ‘Werg’ < got. taujan ‘machen, tun, wirken’ Mögliche Probleme: – teilweise unklare Etymologie – Etymologien sind dem normalen Sprecher nicht bekannt (2) Synchronisches Kriterium: Kernbedeutung – Polysemie: gleicher Bedeutungskern (aus Sicht eines heutigen Sprechers) – Homonymie: unterschiedliche Bedeutungskerne Bsp.: Alle Verwendungsweisen für Blatt (Nr. 1-4) haben denselben Bedeutungskern ‘flacher Gegenstand von begrenzter Ausdehnung’. Polysemie und Homonymie Dagegen: der Tau1 und das Tau2 : ohne gemeinsamen Bedeutungskern Mögliche Probleme: – Wann sind Bedeutungsübereinstimmungen so gravierend, dass sie eine Zuordnung zum selben Wort rechtfertigen? – Bedeutungsüberschneidungen könnten aufgrund phonischer Übereinstimmungen hineininterpretiert werden “Ja, da waren viele Menschen dort. Menschen und Publikum, Leute, Personen, Passanten, Volk – alles durcheinand’.” – Samstag / Sonnabend – Apfelsine / Orange – Cousin / Vetter – Bus / Autobus – Mikro / Mikrofon = Bedeutungsgleichheit von Wörtern: Synonymie Synonymie Seltenheit von absoluter Synonymie, meist partielle Synonymie = gemeinsame Bedeutungsvarianten zweier Lexeme Karte / Fahrkarte (synonym nur, wenn Karte für Fahrkarte verwendet wird), ähnlich in Bahn / Eisenbahn, Ei / Hühnerei Keine Synonymie: – Weihnachtsengel / geflügelte Jahresendpuppe – Krieg / Verteidigungsfall, Putzfrau / Raumpflegerin (Euphemismen) = Keine Bedeutungsgleichheit, sondern nur Übereinstimmung des Referenten Probleme der Bestimmung von Synonymie: (1) Bezug auf welchen Teil der Bedeutung? > nur Denotation oder auch Konnotation? (Ist Köter synonym mit Hund?) (2) Synonymie als Austauschbarkeit zweier Lexeme im selben Kontext? > völlige Austauschbarkeit gibt es wohl niemals: – Blutorange, aber nicht *Blutapfelsine – ranzige Butter und faule Tomaten, aber nicht *faule Butter und *ranzige Tomaten – Computertomographie, aber nicht *Rechnertomographie – Vetternwirtschaft, aber nicht *Cousinwirtschaft Synonymie (1) Wenn man nicht verheiratet ist, ist man ledig. Wenn es nicht möglich ist, ist es unmöglich. Wenn der Tisch nicht besetzt ist, ist er frei. (2) Wenn der Kakao nicht warm ist, was ist er dann? Kalt? oder heiß? Wenn etwas nicht dunkel ist, muss es nicht hell sein. Wenn man jemanden nicht liebt, muss man ihn nicht gleich hassen. Antonymie und Komplementarität (1): Beispiele für semantische Komplementarität – gleiche Bedeutungen bis auf ein polares Entweder-Oder-Merkmal, in dem sie sich unterscheiden (2): Beispiele für Antonymie – Antonyme Ausdrücke bezeichnen zwei Extreme auf einer Skala von Möglichkeiten. Bsp.: kalt – heiß, klein – groß, alt – jung, leicht – schwer Antonyme sind komparierbar: kalt – kälter Komplementäre Ausdrücke sind nicht komparierbar: verheiratet – *verheirateter Antonymie und Komplementarität Montag – Dienstag – Mittwoch – Donnerstag – Freitag – Samstag – Sonntag – logisch inkompatibel (wie die Antonyme) – gleichrangige Varianten eines übergeordneten Begriffs (Wochentag) Heteronymie Weitere Fälle von Heteronymie: – Monatsnamen – Zahlwörter: eins, zwei, drei … – Farbadjektive: grün, blau, gelb, rot … – Verben des Sprechens: sprechen, schreien, flüstern, rufen … Hyperonymie und Hyponymie Lebewesen > Tier > Hund > Pudel > Zwergpudel (1) (2) (3) (4) (5) Hyperonymie: (1) ist Oberbegriff (Hyperonym) von (2) (2) ist Oberbegriff von (3) usw. Hyponymie: (5) ist Unterbegriff (Hyponym) von (4) (4) ist Unterbegriff von (3) usw. – Das Hyperonym (z.B. Hund) hat weniger semantische Merkmale als das Hyponym (z.B. Pudel). – Umgekehrt enthält das Hyponym alle semantischen Merkmale des Hyperonym

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