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Gemeinsame Europäische Referenzrahmen für Sprachen

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🇪🇺 Der Gemeinsame Europäische Referenzrahmen für Sprachen

Gemeinsamer europäischer Referenzrahmen für Sprachen: lernen, lehren, beurteilen

🎯 Motto:
„Sprachhandeln vor Sprachwissen“


🕰️ Entwicklung

  • 1993–1998: Forschungsprojekt
  • 1996: Erster Entwurf des Referenzrahmens
  • 2000: Publikation der englischen Version
  • 2001: Deutsche Übersetzung Profile Deutsch

❓ Was ist der GER?

  • Der Gemeinsame Europäische Referenzrahmen für Sprachen richtet sich an Lehrer, Fortbilder, Autoren und Curriculumplaner in Schule und Erwachsenenbildung.
  • Er stellt die gemeinsamen Referenzniveaus zur Erfassung des Lernfortschritts vor und gibt damit eine Grundlage, um für alle Fremdsprachen die Sprachverwendung zu beschreiben.

🛠️ Der GeR wird benutzt für …

  • 📚 Lehrmaterial
  • 🗓️ Kursplanung
  • 🧪 Gestaltung & Eichung von Testsystemen
  • 🧭 Curriculumplanung
  • 🗂️ Europäisches Sprachenportfolio
  • 🏛️ Nationale Bildungsstandards

🌍 Bedeutung des GeR

  • Der GeR ist das bei weitem wichtigste und einflussreichste sprachenpolitische Dokument in Europa.
  • Er ist in allen Mitgliedstaaten der EU akzeptiert — und weit darüber hinaus, auch in Asien.
  • Der GeR wurde in fast 40 Sprachen übersetzt, auch ins Koreanische und Japanische.
  • Es gibt mittlerweile eine Fülle von Lehr- und Lernmaterial, dessen Niveau transparent ist, weil es unter Bezug auf den GeR definiert wurde.
  • Der GeR wird unter Arbeitgebern immer bekannter und benutzt, um sprachliche Anforderungen beim Hochschulzugang zu definieren — z. B. TestDaF, Goethe- und KMK-Prüfungen.
  • Sogar ETS (Educational Testing Services) musste seine TOEIC-/TOEFL-Tests auf den GeR beziehen, um ihre Marktchancen in Europa zu sichern.

🚫 Der Referenzrahmen ist …

  • ❌ kein Curriculum
  • ❌ nicht präskriptiv — er schreibt nichts vor
  • ❌ kein didaktisch-methodisches Handbuch

🧩 Zentrale Themen

  • 🌐 Konzept der Mehrsprachigkeit
  • 🗣️ genaue Erfassung von Niveaus kommunikativer Kompetenzen (A1–C2)
  • ⚖️ Kursstufen und Prüfungsniveaus in Europa sollen miteinander vergleichbar gemacht werden

Wir leben in einer vielsprachigen (multilingualen) Gesellschaft mit mehrsprachigen (plurilingualen) Individuen.
(GeR, Kap. 1 & 6)


❔ Die wichtigsten Fragen

  • Was werden Lernende mit der Sprache tun müssen?
  • Was müssen sie lernen, um in der Lage zu sein, die Zielsprache erfolgreich einzusetzen?
  • Wer sind die Lernenden und über welche Kenntnisse/Fertigkeiten/Erfahrungen verfügen sie?
  • Welchen Zugang haben sie zu Lernmaterialien?
  • Wie viel Zeit können/wollen sie aufwenden?

🧠 Neue Didaktik

  • 🗨️ Kommunikativer Ansatz + interkulturelles Lernen
  • 🎭 Schüler/innen lernen, sich in Szenarien (tasks) sprachlich zu verhalten
  • 📝 Das Erlernen von Wortschatz und Grammatik ist weiterhin notwendig, erhält jedoch einen ungleich niedrigeren Stellenwert
  • 🗣️ Sprache darf nicht wichtiger sein als Kommunikation — Sprache ist ein Mittel zum Zweck!
  • ✅ Lernzielbeschreibung für alle Prüfungen: can do
  • ➡️ Handlungsorientierter Ansatz!

🎯 Aufgabenorientierung

Focus auf sprachlichen Aktivitäten — Hören/Lesen und Verstehen, Sprechen, Schreiben —, nicht so sehr auf formalen Aspekten:

„Teach the language, not about the language.“

Übung der Aktivitäten in kommunikativen Aufgaben, Projekten und mit Hilfe digitaler Medien, um authentische Materialien in den Klassenraum zu holen und die Schüler aus dem Klassenraum hinaus zu führen.


🗂️ 5 Fertigkeiten: kommunikative Sprachaktivitäten

  • 👂 Hören
  • 📖 Lesen
  • 💬 An Gesprächen teilnehmen
  • 🎤 Zusammenhängend sprechen
  • ✍️ Schreiben

→ Bewältigung kommunikativer Aufgaben


👂 Warum ist Hörverständnis so wichtig?

  • Wer nichts versteht, kann auch nicht antworten — selbst wenn er/sie die Grammatik 100 %ig beherrscht.

📝 Warum erhält die Grammatik einen niedrigeren Stellenwert?

  • Es geht nicht darum, Sprachwissenschaftler/innen auszubilden, sondern Menschen, die mit der Sprache kommunizieren können.

⚠️ Ein Grammatikfehler hat keine kulturellen Konsequenzen — ein interkultureller Fehler aber schon!


✅ Ich kann … / I can …

Deskriptoren / Kannbeschreibungen

  • WAS?
  • WIE GUT?

→ zusammen ergibt das: Niveau


🪜 Niveaus: A1 – C2

  • A → Elementare Sprachverwendung
  • B → Selbständige Sprachverwendung
  • C → Kompetente Sprachverwendung

A1 · A2 · B1 · B2 · C1 · C2

Beispiele für Prüfungen:

  • Goethe: Start 1 / Start 2 / Zertifikat B2 / C1 / C2
  • Cambridge: KET / PET / FCE / CAE / CPE
  • DELF/DALF: A1 / A2 / B1 / B2 / C1 / C2

🟢 Elementare Sprachverwendung

A1

Kann vertraute, alltägliche Ausdrücke und ganz einfache Sätze verstehen und verwenden, die auf die Befriedigung konkreter Bedürfnisse zielen. Kann sich und andere vorstellen und anderen Leuten Fragen zu ihrer Person stellen — z. B. wo sie wohnen, was für Leute sie kennen und was für Dinge sie haben — und kann auf Fragen dieser Art Antwort geben. Kann sich auf einfache Art verständigen, wenn die Gesprächspartner/innen langsam und deutlich sprechen und bereit sind zu helfen.

A2

Kann Sätze und häufig gebrauchte Ausdrücke verstehen, die mit Bereichen von ganz unmittelbarer Bedeutung zusammenhängen (z. B. Informationen zur Person und zur Familie, Einkaufen, Arbeit, nähere Umgebung). Kann sich in einfachen, routinemäßigen Situationen verständigen, in denen es um einen einfachen und direkten Austausch von Informationen über vertraute und geläufige Dinge geht. Kann mit einfachen Mitteln die eigene Herkunft und Ausbildung, die direkte Umgebung und Dinge im Zusammenhang mit unmittelbaren Bedürfnissen beschreiben.


🏆 Kompetente Sprachverwendung

C1

Kann ein breites Spektrum anspruchsvoller, längerer Texte verstehen und auch implizite Bedeutungen erfassen. Kann sich spontan und fließend ausdrücken, ohne öfter deutlich erkennbar nach Worten suchen zu müssen. Kann die Sprache im gesellschaftlichen und beruflichen Leben oder in Ausbildung und Studium wirksam und flexibel gebrauchen. Kann sich klar, strukturiert und ausführlich zu komplexen Sachverhalten äußern und dabei verschiedene Mittel zur Textverknüpfung angemessen verwenden.

C2

Kann praktisch alles, was er/sie liest oder hört, mühelos verstehen. Kann Informationen aus verschiedenen schriftlichen und mündlichen Quellen zusammenfassen und dabei Begründungen und Erklärungen in einer zusammenhängenden Darstellung wiedergeben. Kann sich spontan, sehr flüssig und genau ausdrücken und auch bei komplexeren Sachverhalten feinere Bedeutungsnuancen deutlich machen.


🙏 Abschluss

Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! 🌟

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