Dil Yetisi Sprachkompetenz Slayt indir
🗣️ Kinder in ihrer Sprachkompetenz stärken
- Sprachkompetenz – Wissen über Sprache Zweitspracherwerb.
- Fortbildungskampagne Vorkurs Deutsch 240.
❓ Wissen über Sprache: Warum ist das so wichtig?
- Lesen und Verstehen von Fachliteratur.
- Beurteilung auf der Meta-Ebene:
- Umgang mit pädagogischen Programmen.
- Gestaltung sprachlicher Bildungsprozesse, die Sprachkompetenz umfassend und verknüpft mit anderen Kompetenzen stärken.
- Sprachliche Lernprozesse und Lernfortschritte der Kinder, die sodann eine gezielte Lernbegleitung der Kinder ermöglichen.
🧩 Sprachkompetenz
- Sprachkompetenz unterteilt sich in:
- Organisatorische Kompetenz: Grammatische Kompetenz und Textkompetenz.
- Grammatische Kompetenz: Wortschatz, Morphologie, Syntax, Phonologie.
- Textkompetenz: Kohäsion, Rhetorik.
- Pragmatische Kompetenz: Illokutionäre Kompetenz und Soziolinguistische Kompetenz.
- Illokutionäre Kompetenz: Problemlösefähigkeit, Ideenfindung, Vorstellungsfähigkeit, Manipulative Fähigkeit.
- Soziolinguistische Kompetenz: Dialekt, Register, Natürlichkeit, Kultur.
🗣️ Mündliche <> geschriebene Sprache
- In der Alltagssprache kommen sehr viele Routinen vor, deshalb ist der Wortschatz meist beschränkt. Außerdem ist der Gesprächsgegenstand meist allen bekannt.
- Unvollständige Sätze.
- Einsatz körpersprachlicher Mittel.
- Unmittelbare Möglichkeit der Interaktion.
📐 Grammatische Kompetenz
- Phonologie.
- Lexikon / Wortschatz / Semantik.
- Morphologie.
- Syntax.
🔊 Phonologie
- Definition: Lehre von den Lautmustern der Sprache.
- Wort- und Satzbetonung, Sprachrhythmus, Silben- und Lautstruktur der Sprache.
- Ein Phonem ist die kleinste bedeutungsunterscheidende Lauteinheit. Beispiele: Beet – Bett; Katze – Tatze.
👂 Phonologische Bewusstheit
- Fähigkeit, die Aufmerksamkeit auf die formalen Eigenschaften der gesprochenen Sprache zu lenken. Beispiele: auf den Klang der Wörter beim Reimen, auf Wörter als Teile von Sätzen, auf Silben als Teile von Wörtern und auf die einzelnen Laute der gesprochenen Wörter.
- Fähigkeit, die einzelnen Laute in der gesprochenen Sprache wahrzunehmen, über sie nachzudenken und mit ihnen zu arbeiten.
- Phonologische Bewusstheit im engeren Sinn: Bewusster Umgang mit den kleinsten Einheiten der gesprochenen Sprache, den Phonemen.
- Phonologische Bewusstheit im weiteren Sinn: Wahrnehmung der gröberen sprachlichen Einheiten wie Wörter im Satz und Silben in Wörtern, Wahrnehmung des Klangs der Wörter beim Reimen usw.
🎵 Prosodie
- Betonung, Rhythmus und Intonation.
- Akzent in Silben-, Wort-, Phrasen- und Satzakzenten: durch Lautheits- und/oder Tonhöhenunterschiede.
- Prosodische Dauermermale: Rhythmus, Sprechgeschwindigkeit, Pausen, Gedehntheit.
🧱 Morphologie
- Definition: Lehre von der Wortbildung.
- 1. Morphologische Eigenschaften: Beispiel: “Kuchengabel” – Zusammensetzung aus den Nomen „Kuchen“ und „Gabel“. Geschlecht: weiblich.
- 2. Wortbildungsmuster: Beispiel: gehen – ver-, be-, um-, abgehen. vergangen – vergänglich – Vergänglichkeit …
- 3. Flexion: Beispiele: An der Kasse stehen Männer. Das ist der Hut des Mannes. ich stehe, du stehst …
🏗️ Syntax
- Definition: Muster und Regeln, nach denen Wörter zu größeren Einheiten zusammengestellt werden = Satzbau und die Beziehungen, die zwischen diesen bestehen = Kongruenz. Beispiele: „Der Baum steht im Garten“, „die alte Frau“.
- 1. Verbzweitstellung im Hauptsatz: Das gebeugte Verb steht im Hauptsatz immer an der zweiten Stelle des Satzes.
- [Der Baum] steht im Garten.
- [In dem schön gelegenen Garten] steht ein Baum.
- [Gestern] kaufte Peter ein Buch.
- [Der Baum] ist gestern noch im Garten gestanden.
- 2. Verbendstellung im subordinierten Nebensatz: In Nebensätzen, die mit dass, ob, wenn, obwohl, weil, da, eingeleitet werden, steht das gebeugte Verb aber am Ende des Satzes.
- Ich glaube Peter, dass er gerade seine Hausaufgaben macht.
- Ich frage mich, ob er gerade seine Hausaufgaben macht.
- 3. Subjekt-Verb-Inversion: Das Subjekt eines Satzes muss hinter das gebeugte Verb gehen, wenn die erste Stelle im Satz bereits durch ein anderes Element besetzt wird:
- Satz mit Subjekt-finVerb-Objekt-Stellung: Peter kaufte gestern ein Buch.
- Satz mit Subjekt-Verb-Inversion: Gestern kaufte Peter ein Buch, ein Buch kaufte Peter gestern.
- 4. Satzklammer: Wenn ein Satz ein mehnteiliges Prädikat enthält, können die finite Verbform und die anderen Prädikatsteile getrennt voneinander stehen:
- Peter macht seine neuen Schuhe schon ganz alleine zu.
- Peter muss heute ganz alleine vom Kino nach Hause gehen.
- Peter ist gestern ganz alleine vom Kino heim gegangen.
📖 Wortschatz
- Aktiver Wortschatz: die Wörter, die man produzieren kann.
- Passiver Wortschatz: die Wörter, die man versteht.
- Aktiver Wortschatz in der Regel größer als passiver.
- Kinder erweitern ihren Wortschatz durch: a) Übernahme aus dem Input b) Eigene Wortbildungen.
- Kreativer Umgang mit Wortbildungsmustern. Beispiele von Hilde: “Du machst ja solche Komischheiten” oder „Ich brauche den Schneider“, „Gibst du mir den Zähneputzer?“
💡 Neubildungen
- Es gibt 3 Typen von Neubildungen:
- a) Wörter wie Brennlicht: korrekt gebildet, aber nicht im zielsprachlichen Lexikon vorhanden.
- b) Wörter, die es gibt, aber mit abgewandelter Bedeutung genutzt werden.
- c) Wörter, die gegen zielsprachliche Bedingungen und Beschränkungen des verwendeten Wortbildungsmuster verstoßen.
🧠 Wortschatzarbeit
- Wort akustisch gut verständlich anbieten.
- Grundbedeutung klären.
- Verbindung zwischen Wort und Bedeutung herstellen.
- In bedeutungsvollen Zusammenhängen benutzen.
- Mit allen Sinnen erfassen.
- Breite des Wortschatzes: Anzahl der bekannten Wörter.
- Tiefe des Wortschatzes: Reichhaltigkeit der Wortschatzrepräsentation.
- Zweitsprachlerner haben relativ mehr Schwierigkeiten mit der Tiefe des Wortschatzes.
- Zweitsprachlerner haben oft zwei Wortschätze!!
- Geringe Wortschatzkenntnisse haben einen negativen Einfluss auf die Leseverständnisfertigkeiten.
- Leseverständnis bleibt für Bilinguale auch lange ein schwieriges Gebiet in der Zweitsprache.
🏫 Schulsprache
- Migranten haben häufig keine Schwierigkeiten mit mündlicher Sprache, aber mit dem Verstehen und Verfassen schriftlicher Texte.
- BICS: mündliche Sprachfertigkeiten Face-to-Face-Konversation in sozialen Settings.
- CALP: dekontextualisierte Schul- und Schriftsprache.
🤝 Pragmatische Kompetenz
- a) Sprachhandlungskompetenz: Funktionale Kompetenz: Fähigkeit Sprachhandlungen durchzuführen, d.h. Sprache für einen bestimmten Zweck zu benutzen.
- b) Soziolinguistische Kompetenz: Fähigkeit, dies situations- und adressatengerecht zu tun und dabei Regeln soziokultureller Art zu beachten.
🎭 Sprachstil, Register
- Der Erwerb von Stilen und Registern ist ein sehr wichtiger Faktor für Zweitsprachlerner.
- Register können im Rollenspiel oder in realen Situationen gelernt werden. Was sage ich wie beim Einkaufen, Arztbesuch, im Restaurant, in der Schule…
- Register sind für Kinder mit anderen kulturellen Hintergründen schwer zu lernen. z.B. ist es schwierig, genau zu erkennen, welches Maß an Förmlichkeit angemessen oder unangemessen ist.
🗺️ Zweitspracherwerb
- Wissen über Zweitspracherwerb: Erwerbsmodell, Umgang mit “Fehlern”. Was ist besonders schwer zu erwerben? – CALP, Register, Kasus, Präpositionen, Artikel, Plurale bei unregelmäßigen Nomen, Vergangenheitsformen bei unregelmäßigen Nomen.
- Wichtig: Wortschatz, Grammatik, Allgemeinwissen, Textverständnis.
📚 Begriffe
- Muttersprache.
- Familiensprache.
- Erstsprache.
- Zweitsprache.
- Fremdsprache.
- Bilingualismus.
⏱️ Erst- und Zweitspracherwerb
- Simultaner Erstspracherwerb: Das Kind lernt zwei verschiedene Sprachen gleichzeitig von Geburt an.
- Sukzessiver Zweitspracherwerb: Das Kind lernt die Sprachen hintereinander; die eine Sprache von Geburt an, die zweite ab dem 3./ 4. Lebensjahr oder auch später.
🌍 Zweitsprache – Fremdsprache
- Die Zweitsprache ist im Gegensatz zur Fremdsprache die Sprache, die in der umgebenden Gesellschaft gesprochen wird.
- Fremdspracherwerb in der Regel mit einem expliziten Unterricht verbunden.
- Natürlicher Spracherwerb in der Kommunikation im Alltag.
🌐 Bilingualismus
- Bilingualismus: die Kenntnis zweier Sprachen.
- Äußerst selten: Simultaner Bilingualismus.
- Häufiger: sehr hohe Kompetenz in der dominanten Sprache.
- Rolle spielen: soziale und Umgebungsfaktoren.
- Erhalt der ersten Sprache in Zusammenhang mit dem kontinuierlichen Umgang mit der ersten Sprache.
- Kinder werden nur dann bilingual, wenn beide Sprachen gleichermaßen Wertschätzung erfahren.
🔄 Prozess des Zweitspracherwerbs
- Spracherwerb: eigenständiger Prozess, mit eigenständiger Hypothesen- und Regelbildung. Sprachlerner machen immer wieder Annahmen über die Regeln der Sprache und setzen sie dann in ihrem Sprachgebrauch so lange ein, bis sie aus dem „Input“, d.h. heißt aus dem sprachlichen Angebot der Umgebung, neue Einsichten in das Regelsystem gewinnen. Das gilt sowohl hinsichtlich der Grammatik als auch der Bedeutung von Wörtern.
- Lerngelegenheiten.
- Zweitspracherwerb eingebettet in Interaktion und Beziehung, Interesse und gemeinsame Sinnkonstruktion.
- Mehrjähriger Prozess.
- Erwerbsreihenfolge nicht zufällig.
- Robuste „Meilensteine“ im Erwerbsprozess.
- Zunehmend komplexere Prozesse. Das Inventar an grammatischen Strukturen ändert sich nicht auf Grund stetiger Ergänzungen, sondern ist eine permanente Umorganisation der Struktur-prinzipien, die durch den Erwerb neuer zielsprachlicher Merkmale nötig wird.
- Der Zweitspracherwerb ist gekennzeichnet durch: große Menge an Varietäten, d.h. an verschiedenen Möglichkeiten, eine grammatische Form darzustellen.
- Auch wenn ein Lerner schon zielsprachliche Formen produzieren kann, kommen in seinen Äußerungen noch jede Menge nicht-zielsprachliche Formen vor.
- „Meilensteine“: Verbzweitstellung im Hauptsatz, Verbendstellung im subordinierten Nebensatz, Erwerb der Satzklammer, Subjekt-Verb-Inversion. Zeigen an, inwieweit ein Lerner die grammatischen Grundstrukturen schon erworben hat.
📈 Erwerbsstufen
- Stufe 1: 1. Verzweistellung 2. Negation zielsprachlich 3. Syntaktische Unterscheidung von Haupt- u. Nebensatz 4. Korrekte Flexionsformen 5. Subjekt-Verb-Inversion 6. Kaum Varietäten.
- Einwortäußerungen Chunks / Floskeln: Saft? Hause! Dasist, Habdu, verstehstdu.
- Stufe 2: 1. pragmatisch motivierte Aneinanderreihung unflektierter Wörter 2. Satzfunktionen der Kategorien nicht erkennbar.
- Toilette gehen, haben Saft, Mama Haus.
- Stufe 3: 1. Flexionen im Nominal- und Verbalbereich treten auf, aber nicht konstant 2. Große Varietät 3. Negation holistisch 4. Wortstellung kanonisch, aber noch inkonsistent 5. Einsatz v. Artikeln inkonsistent, oft Übergeneralisierung.
- Du gehe zu die Garten, Mario bleibe Haus. Da ist viele Hausen. Du nix spielst mit. Ich hab Durst – Ich Durst hab.
- Stufe 4: 1. Verbflexion 2. Vermehrter Gebrauch von Artikeln 3. Verzbweistellung im Haupt- u. Nebensatz 4. Immer noch Varietäten 5. Satzklammer.
- Du spielst mit die Auto. Ich weiß, wo ist die. Du musst das so machen.
- Stufe 5: 1. Verbzweistellung 2. Negation zielsprachlich 3. Syntaktische Unterscheidung von Haupt- u. Nebensatz 4. Korrekte Flexionsformen 5. Subjekt-Verb-Inversion 6. Kaum Varietäten.
- Ich gehe in die Bauecke. Du spielst nicht mit. Ich weiß, wie das geht. Jetzt kriege ich das Auto.
🪜 Entwicklung der Satzstruktur
- „Tür auf“;
- „Mama auch Tür aufmachen“;
- „Mama aufmacht Tür“;
- „Mama macht Tür auf“;
- „Ich schaue, wenn Mama Tür aufmacht“;
- „Dann macht Mama die Tür auf“.
🔀 Sprachlicher Transfer und Interferenzen
- Der Einfluss der Erstsprache kann sich sowohl hemmend, als auch fördernd auf den Lernprozess der Zweitsprache auswirken.
- Jede Übertragung von bestimmten Regeln einer Sprache auf das Regelsystem einer weiteren Sprache wird als Transfer bezeichnet.
- Positiver Transfer: Übertragung der erstsprachlichen Regeln auf die Zielsprache fördert den Lernprozess. Tritt auf, wenn gewisse Strukturen der Muttersprache eine Entsprechung in der Zweitsprache aufweisen. Gemeinsamkeit zwischen Erst- und Zweitsprache. Übertragung der muttersprachlichen Regeln führt zu einer zielsprachlichen Äußerung.
- Negativer Transfer – Interferenz: Übertragung der erstsprachlichen Regeln auf die Zielsprache hemmt den Lernprozess. Tritt auf, wenn gewisse Strukturen der Muttersprache keine Entsprechung in der Zweitsprache aufweisen. Keine Gemeinsamkeit zwischen Erst- und Zweitsprache. Übertragung der muttersprachlichen Regeln führt zu einer nicht zielsprachlichen Äußerung.
⚠️ Interferenzen
- Phonologische Ebene.
- Lexikalische Ebene.
- Grammatische Ebene.
- Orthographische Ebene.
🪨 Fossilierung
- „Ein Trainer sehen was passieren in Platz. In diese Spiel es waren zwei, drei oder vier Spieler, die waren schwach wie eine Flasche leer“.
- Nicht alle Lerner erwerben eine zweite Sprache bis zur normgerechten Beherrschung.
- Der Zweitspracherwerbs-Prozess kann auf nahezu jeder Stufe stagnieren.
- Fossilierung nennt man das Phänomen, durch das manche Lerner einer zweiten Sprache sogar dann noch das Lernen abbrechen, wenn sie schon beinahe „muttersprachliche“ Kompetenz erreicht haben.
👤 Lernermerkmale
- Intelligenz.
- Begabung.
- Persönlichkeit.
- Motivation.
- Überzeugungen.
- Identität und Gruppenzugehörigkeit.
- Lernstil.
- Soziales Setting und Bildungsumgebung: selbst wenn jemand alle Merkmale eines guten Lerners hat, muss der Spracherwerb nicht unbedingt erfolgreich sein, wenn es ihm nicht gelingt, Zugang zu sozialen Beziehungen zu gewinnen, wo er als geschätzter Kommunikationspartner wahrgenommen wird.
- Es gibt eine Beziehung zwischen individuellen Unterschieden, sozialer Situation und Erfolg im Erwerb einer zweiten Sprache.
- Intelligenz: IQ-Tests beziehen sich mehr auf metalinguistisches Wissen als auf kommunikative Fähigkeiten. Die durch traditionelle IQ-Tests ermittelten Fähigkeiten beziehen sich mehr auf sprachanalytisches Lernen und Regellernen.
🔥 Motivation im Zweitspracherwerb
- Motivation:
- Einstellungen.
- Glauben an sich selbst.
- Ziele.
- Mitwirken, Eingebundensein.
- Unterstützung durch die Umgebung.
- Persönliche Eigenschaften.
🎯 Veranlassung die Sprache zu lernen
- Soziale Integration und das Befriedigen kommunikativer Bedürfnisse:
- Sich in eine Gemeinschaft integrieren zu wollen, erfordert nicht unbedingt, dass man im Alltag alle Aspekte einer anderen Sprache kennt, da die Alltagssprache durch sprachliche Routinen und einen begrenzten Wortschatz gekennzeichnet ist.
- Der zweite Faktor betont mehr das Bedürfnis zu verstehen, was einer in einer bestimmten Sprache sagt oder erzählt, also das Zuhören, das Fragen, das Nachfragen und das Bedürfnis sich selbst in dieser Sprache verständlich zu machen und sich mitzuteilen.
🛠️ Zweitspracherwerb unterstützen
- Sprache:
- Wichtig: Jede Handlung wird sprachlich begleitet!
- Zeitliche und organisatorische Gerüste: Routinen. Signale für Routinen.
- Sprachliche Gerüste: Formeln, formelhafte Redenwendungen, viele Wiederholungen, Lieder, Reime, Spiele etc.
- Kontextualisieren.
- Verständlicher Input:
- „Verstehen entsteht, wenn der Input verständlich ist und der Input wird verständlich, wenn er durch konkrete Erfahrungen, durch Anschauungsmaterial, Realia und nonverbale Kommunikation unterstützt wird, die helfen, die enthaltene Bedeutung zu liefern“.
- “Die Herausforderung besteht darin, den Stoff mit Hilfe von Mimik und Gestik, Bildern, Fotos, Gegenständen derart anschaulich zu präsentieren, dass das Kind jeweils eine Beziehung zwischen dem gerade Gesagten und dem Gezeigten sowie dessen Bedeutung bzw. Funktion herstellen kann.”
- Kontextualisieren:
- Verständlicher Input: Körpersprache, Gesten, Mimik, Pantomime, Bilder / visuelle Hilfen, konkrete Objekte und Materialien, Filme etc., deutliche, langsame Aussprache, Wiederholungen, Paraphrasen, Intonation, Vervollständigungen, Ausschmückungen, “ear catchers”: oh, schau mal!
- Silent-movie-Technik: die Beziehung zwischen Sprache und Situation muss in jedem Augenblick deutlich sichtbar sein!
- Verständlicher Output:
- Gemeinsames Aushandeln von Bedeutung.
- Die ErzieherInnen sollten die Kinder ermutigen: in beiden Sprachen verbal zu agieren, sich auch non-verbal auszudrücken.
- Loben, Erklärungen, Vergleiche, Verständnisfragen, offene/kognitive Fragen.
🚫 Unbedingt Vermeiden
- Folgende Verhaltensweisen haben negative Auswirkungen auf den Zweitspracheerwerb der Kinder und sollten daher unbedingt vermieden werden:
- Übersetzen lassen.
- Über längeren Zeitraum schweigen.
- Die Sprache vereinfachen.
- Explizite Verbesserungen.
- Kinder zwingen, die Zweitsprache zu benutzen.
- Drohen.
- Vorlesen und Kinderreime: Sprachrhythmus, Sprachfluss.
- Lieder mit Bewegung.
- Bei Liedern, Geschichten und Routinen: Körpersprache einsetzen.
- Objekte benennen, wenn Aufmerksamkeit der Kinder darauf gerichtet sind: Alltägliche Objekte hinlegen, benennen lassen und über ihre Eigenschaften, Merkmale sprechen. Körperteile benennen mit Rhythmus, Spielen, Liedern. Gruppieren und Benennen von Objekten, die zusammengehören. Gemeinsam Rätsel lösen.
- Neue Wörter einführen:
- Durch Geschichten.
- Durch gemeinsames Anschauen von Magazinen und gemeinsamen Gesprächen darüber.
- Spaziergänge in der näheren Umgebung.
- Wortkarten erstellen.
- Lotto spielen.
- Eins-zu-eins-Gespräche. Betonung und Grammatik: nicht korrigieren, nur korrekt wiederholen!!
- Gestalten von räumlichen Konzepten wie ‚auf‘, ‚über‘, ‚unter‘… durch Bewegungsspiele.
- Gespräche führen.
- Interviews machen.
- Gespräche über Vorlieben und Abneigungen.
- Geschichten erzählen, die Antworten der Kinder enthalten.
- Geschichten immer wieder vorlesen und dann nacherzählen lassen.
- Viele offene Fragen stellen: Fragen, die zum Denken anregen und mehr als eine Antwort mit „ja“ und „nein“ erfordern.
- W-Fragen stellen, aber immer prüfen, ob das Kind diese Frage auch verstanden hat. W-Fragen sind schwer zu verstehen!!
- Sprachliche Begleitung beim Spiel:
- Im Raum – Draußen.
- Objekte verwenden, die die Vorstellungskraft anregen.
- Kiste mit Gegenständen füllen und Kinder darum bitten, zu erzählen, wem die Dinge gehören, dann damit spielen.
- Wörter verwenden, die Laute enthalten, mit denen die Kinder Schwierigkeiten haben: Wortspiele, in denen diese Laute vorkommen.
- Wenn Laute falsch ausgesprochen werden: ignorieren!!
- Wenn Laute schließlich korrekt ausgesprochen werden: loben