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🗣️ Spracherwerb
- Psycholinguistik 3/11; HS 2010/2011
- Vilnius, den 21. September 2010
📋 Inhalt
- Allgemeines
- Erkenntnisstand
- Spracherwerbstheorien
- Voraussetzungen für den Spracherwerb
- Untersuchungsgegenstände
- Aufgaben beim Spracherwerb
- Methodologische Ansätze
- Sprachentwicklung
- Der bilinguale Erstspracherwerb
- Zweitspracherwerb
📜 Allgemeines
- Die Untersuchung des Spracherwerbs hat die längste Geschichte auf den Gebieten der Psycholinguistik.
- Die ersten wesentlichen Befunde aus der Frühzeit der Kindersprachforschung stammen aus den Jahren um die Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert.
🔍 Erkenntnisstand 1
- Aufgabe: Zu erkennen, dass die Menschen herumsprechen und die Suche nach Wegen, die Sprache zu bewältigen.
- Methoden: Die Kinder suchen unbewusst nach Methoden, die ihnen dabei helfen, das vorhandene unbewusste Wissen beim Ausdrücken von Gedanken zu verwenden.
- Erwerbsvoraussetzungen: Biologische, geistige, soziale Situation, Umgebung.
📊 Erkenntnisstand 2
- Fakten: Werden durch die Beobachtung der Kinder gewonnen und chronologisch aufgeschrieben.
- Erklärungsansätze: Reaktionsweisen des Kindes auf den sprachlichen Input und ihr Zusammenhang mit dem Gang des Spracherwerbs.
- Bilingualismus: Auf der heutigen Welt ein Normalfall.
- Gebärdensprache: Die sprachliche Verständigung gehörloser Kinder erfolgt nicht auditiv, sondern visuell.
🧠 Spracherwerbstheorien
- Behaviorismus
- Kommunikationsbeziehungen
- Nativismus
- Die Hypothese der kritischen Perioden
- Die Theorie des sozialbedingten Spracherwerbs
- Soziale Interaktion
- Kognitivismus
🐕 Behaviorismus 1
- Kinder ahmen nur das nach, was sie sehen.
- Kinder hören und schaffen nichts selbständig.
- Spracherwerb: Reiz Kommunizieren mit dem Kind ➡️ Reaktion das ausgesprochene Wort ➡️ Inspiration Lob: Die Eltern reagieren auf das Wort des Kindes.
🗣️ Behaviorismus 2
- Die Artikulation erfordert das Zusammenspiel verschiedener Muskeln.
- Der Mühe, sie zu trainieren, unterziehen sich Kinder vor allem dann gern, wenn sie merken, dass ihnen jemand zuhört und zuschaut.
💬 Grundlage des Behaviorismus
- Die Sprache wird durch die Kommunikation erworben.
🧬 Nativismus
- Die Fähigkeit des Kindes zu sprechen ist angeboren.
- Die Grundlage: Die universelle Grammatik, die für alle Menschen kennzeichnend ist.
- Der Spracherwerb wird durch den Mechanismus des menschlichen Spracherwerbs beschleunigt: Verarbeitung und Verwendung von sprachlichen Informationen.
- Kinder können die Wörter selbständig erzeugen.
⏳ Kritische Perioden
- Die Sprache wird durch biologische Aspekte bestimmt.
- Die Sprache wird produziert, wenn die Zeit kommt.
- Der Spracherwerb erfolgt unbewusst.
- Zwei wichtige Perioden:
- Bis zum 2.-3. Lebensjahr: Wörter
- Bis zum 12.-13. Lebensjahr: Syntax
🤝 Sozialbedingter Spracherwerb
- Die Verbalisierung von sozialen Rollen nach ihrer Identifizierung.
- Kinder produzieren die Sprache unter Unterstützung von Erwachsenen.
- Nativismus und soziale Kommunikation.
🧩 Kognitivismus 1
- Das Kind erkennt die Welt und lernt zugleich: Es analysiert, konstruiert Modelle und wendet sie an.
- Die Erkenntnis, dass Gegenstände auch dann existieren, wenn sie nicht wahrgenommen werden.
- Voraussetzungen zum Spracherwerb: Die Wahrnehmung von linguistischen Tatsachen, die Speicherung und die Analyse von linguistischen Informationen.
👨👧 Kognitivismus 2
- Die einfachen und die häufigsten Elemente der menschlichen Sprache werden schneller erkannt.
- Die Kinder unter 3 Jahren nehmen hauptsächlich ihre Väter zum Sprachvorbild, weil sie die Kleinen mit ungehemmtem Redefluss und komplizierten Sätzen nicht überfordern.
🛠️ Voraussetzungen für den Spracherwerb
- Biologische Voraussetzungen
- Kognitive Voraussetzungen
- Soziale Voraussetzungen
🫁 Biologische Voraussetzungen
- Der Sprechapparat:
- Die Atemorgane: Lunge, Zwerchfell, Luftweg
- Der Artikulationstrakt: Kehlkopf, Rachen, Mundraum, Nasenraum
- Das Hörorgan
- Das Gehirn
🧠 Kognitive Voraussetzungen
- Wahrnehmungsfähigkeit: Die Fähigkeit, sprachliche Geräusche von nicht-sprachlichen zu unterscheiden.
- Denkfähigkeit: Verarbeitung und Entwicklung von Begriffen.
- Die Fähigkeit zu kategorisieren.
- Das leistungsfähige Gedächtnis.
👨👩👧 Soziale Voraussetzungen
- Der Bezug auf die Eltern.
- Der Gang der Sozialisation.
- Sprachliche Kommunikation.
🎯 Untersuchungsgegenstände
- Die Eigenschaften und die Merkmale des Spracherwerbs einzelsprachig und allgemein.
- Phonetische, lexikalische, syntaktische, morphologische Sprachentwicklung.
- Pragmatische Aspekte.
- Fehlertheorie: Übertriebene Richtigkeit der Sätze im Litauischen. Beispiel: J.: Aš tokį vanduo. Čia iš krašto įpyliau. M.: Iš krano. J.: Iš krano tokį vanduo. Iš krano vandens įpyliau. Vandens.
📚 Aufgaben beim Spracherwerb 1
- Den Zusammenhang zwischen den Lauten und ihren Bedeutungen zu erkennen: Aufgabe oder Herausforderung? Die Möglichkeit des Scheiterns?
- Um den Wortschatz und seine Systematik zu erwerben, muss ein Kind 15.000 bis 100.000 Wörter lernen und die folgenden Aufgaben lösen:
✅ Aufgaben beim Spracherwerb 2
- Laute erkennen
- Laute physiologisch realisieren
- Silben und die Bildung von Silben erkennen
- Laute und ihre Formen mit Begriffen verbinden
- Die Möglichkeiten des Kombinierens der Wörter erkennen
- Die Struktur und die Kombinationen von Sätzen erkennen
- Die Bedeutung von Wortkonstruktionen verstehen
- Die gelernten Laute, Wörter, Sätze u. Ä. in einer bestimmten Situation verwenden
- Die sprachlichen Muster variieren
📐 Methodologische Ansätze
- Cross-sectional: Verschiedene Kinder von einer Altersgruppe.
- Longitudinal: Dieselben Kinder in verschiedenen Altersphasen.
- Crosslinguistic: Synchroner Vergleich von Kindern aus unterschiedlichen Sprachgemeinschaften, um allgemeine Tendenzen des Spracherwerbs festzustellen.
🎥 Methoden
- Beobachtung von eigenen, bekannten, verwandten und fremden Kindern: Erste Untersuchungen.
- Teilnehmende Beobachtung.
- Tagebuchdokumentationen.
- Tonaufnahmen mit Kommentaren und Transkriptionen: Häufig.
- Videoaufnahmen: Selten.
- Vergleich von aufgespeicherten Daten: Datenbanken.
- Experimente: Tests, EEG.
🏺 Beobachtung der Kinder 1
- Erste Belege von Herodot: Erzählungen von den Priestern in Memphis über die Experimente des ägyptischen Königs Psammetich I.
- Er habe im 7. Jh. v. Chr. einen Hirten damit beauftragt, zwei Kinder, mit denen er nicht sprechen durfte, zu beobachten, um herauszustellen, welches Wort sie als erstes aussprechen.
- Damit wollte er erfahren, welche Sprache die Ursprache ist. Das Wort war becos auf Phrygisch = Brot.
- Spätere Versuche ergebnislos.
- Schlussfolgerung: Die Umgebung spielt die entscheidende Rolle beim Spracherwerb.
📖 Beobachtung der Kinder 2
- William Thierry Preyer und sein Kind Axel.
- 3 Jahre lang, 3-Mal pro Tag, 19. Jh.
- Schlussfolgerungen: Kinder vererben die Sprache und erwerben sie nicht durch die Imitierung.
📹 Beobachtung der Kinder 3
- Kameras in den Zimmerdecken des Privathauses von Prof. Deb Roy vom Massachusetts Institute of Technology verfolgen jeden Ton und jede Regung von Roy Junior.
- Mithilfe der gesammelten Sprachdaten von 400.000 Stunden in 3 Jahren will der Forscher künftig Robotern das Sprechen beibringen.
📝 Tagebuchdokumentationen
- Anfang des 20. Jhs.
- Clara Stern und William Stern.
- Langer Zeitraum.
- 3 Kinder.
- 5000 Seiten Dokumentationen.
🗄️ Vergleich von Daten
- Die größte Datenbank der Kindersprachforschung von B. McWhinney und C. Snow: CHILDES.
- Etwa 500 Kinder.
- Etwa 20 Mio. Wörter.
🧪 Experimente: Genie-Fall 1
- Wolfskinder: Vitor von Aveyron in Frankreich, Kaspar Hauser in Deutschland im 19. Jh.
- Genie in den USA: Das wohl meistgetestete Kind in der Geschichte der Psycholinguistik.
- 13 Jahre in fast totaler Isolation.
- An einem Toilettenstuhl gefesselt, nachts in einem Schlafsack verschnürt.
- Ein Leben ohne menschliche Wärme, Kommunikation.
- Kommunikation durch Bellen.
- Der Wunsch des Vaters, sie von der bösen Außenwelt abzuschirmen.
📏 Experimente: Genie-Fall 2
- Nach der Entdeckung des Mädchens: 27 Kg, 1,37 Meter, der Gang wie durch das Wasser, die Haltung der Arme wie beim Schieben eines Kinderwagens.
- Die Untersuchungsfrage, Untersuchungen dauerten etwa 4 Jahre lang: Ob sie sich die Wörter und die Grammatik noch aneignen kann.
🧠 Experimente: Genie-Fall 3
- Die Schlussfolgerung: Kinder seien nur während einer gewissen Phase fähig, die zum Sprachverständnis nötigen Hirnstrukturen aufzubauen.
- Die linke Hälfte des Gehirns, die für die Sprache verantwortlich ist, war bei Genie unterentwickelt.
- Genie hat angefangen zu lernen, aber nach dem Gelangen in eine strenge Pflegefamilie verstummte sie für immer.
👶 Sprachentwicklung
- Vorsprachige Zeit.
- Vom ersten Schrei bis zur Beherrschung der Sprache im Alter von ca. 3 Jahren.
- Bis zum fließenden Verstehen und Sprechen im Alter zwischen 10 und 12 Jahren.
🤰 Vorsprachliche Zeit 1
- Ab etwa dem 5. Schwangerschaftsmonat kann das Baby durch die Gebärmutterwand die Sprachmelodie wahrnehmen.
- Die Kinder verfügen über das sprachliche Wissen bereits in der vorsprachlichen Zeit.
🍼 Vorsprachliche Zeit 2
- Eine Frauenstimme las den französischen 4-Tage-alten Säuglingen auf Russisch und Französisch abwechselnd vor.
- Hörten die Babys ihre Muttersprache, saugten sie mit größerer Energie.
⚡ Vorsprachliche Zeit 3
- Die Kinder erkennen bereits in der vorsprachlichen Phase die fehlerhaften Strukturen ihrer Muttersprache.
- Sie verstehen den Sinn noch nicht, aber analysieren die gehörten Strukturen.
- Dies ist durch ein Experiment bestätigt worden, bei dem einem Mädchen namens Suvi mit 6 Monaten zunächst nur korrekte und danach sowohl korrekte als auch fehlerhafte Sätze vorgespielt werden.
- Das Mädchen erkennt die fehlerhaften Stellen, indem ihr Gehirn innerhalb von Millisekunden auf die fehlerhaften Strukturen reagiert.
🗣️ Sprachentwicklung im Detail
- Die lautliche Entwicklung.
- Die lexikalische Entwicklung.
- Die morphologische und die syntaktische Entwicklung.
- Reife.
👂 Die lautliche Entwicklung 1
- Direkt nach der Geburt, in der vorsprachlichen Phase, die Aufmerksamkeit auf die akustischen und phonetischen Eigenschaften der Geräusche: Stimme, Sprechweise, Umgebungssprache, andere Geräusche.
- Einige Stunden nach der Geburt die Unterscheidung von sprachlichen und nicht-sprachlichen Schallereignissen.
- Die ersten Tage nach der Geburt die Unterscheidung zwischen der Stimme der Mutter und der anderen Menschen.
🔊 Die lautliche Entwicklung 2
- In den ersten 4 Wochen die Vorlieben für bestimmte Lautstärken oder Tonhöhen: Frauenstimme in normaler Lautstärke.
- In den ersten Wochen die Unterscheidung zwischen betonten und nicht betonten Silben.
- Ab dem 6. Monat die Erkennung von vokalischen Kontrasten: a vs. i, a vs. o.
- Um das Alter von 6 Monaten die Anfänge vom sprachlichen Verstehen: Verbindung von Lauten mit Inhalten.
🎵 Die lautliche Entwicklung 3
- Am Anfang der phonologischen Entwicklung die Silbe.
- 1.-3. Monate: Schreien, Gurren und Babbeln.
- Monat: erste Vokale.
- 4.-6. Monate: erste Konsonanten, erste Silben, Lallen, Plappern.
- Monat: Kombinierung von Silben.
👶 Die lautliche Entwicklung 4
- 11.-12. Monate: zielsprachennahe Intonation, Lachen, Emotionen.
- Monat: das erste Wort in einer bestimmten Kommunikationssituation – wauwau, mama, papa, mieze, ab, weg, auf, runter, nein – bestimmte Wünsche, Dinge, Personen, Aktionen, Verneinung.
- Entwicklung der Silbenstruktur:
- Silbenverwechslung: obuoliukas – obaliuka
- Weglassen von unbetonten Silben: bananas – nana
- Reduplikation: lialia, bubu, wauwau
🌟 Christian Heineken
- Geboren 1721 in Lübeck.
- Im Alter von 10 Monaten zeigt und erklärt er richtig seiner Amme die Bilder auf der Wand.
- Mit 14 Monaten kann Christian das Alte Testament auswendig vortragen.
- Etwas später 80 Psalmen, 150 lateinische Wörter pro Woche.
- Wenn er müde ist, sagt er seiner Amme: „Sophie! Gef my doch de Titte!“
- Das Kind erhält Audienz bei dem dänischen König Friedrich IV.
- Christian stirbt an Mehlallergie oder an Zöliakie 1725 im Alter von 4 Jahren.
💭 Sprachentwicklung bei Kindern
- Die Experten gestehen zu, dass Kinder mit solchen Fähigkeiten ausgestattet sind, von denen die Erwachsenen nur träumen können.
📖 Die lexikalische Entwicklung 1
- 1-1,5 Jahr = 12.-18. Monate = die erste Hälfte des 2. Lebensjahres: die vorsyntaktische Phase.
- Langsamer Verlauf.
- Im halben Jahr 30-50 Wörter: 2-3 Wörter pro Woche.
- Wenig Information darüber, wie das Kind die Wörter mit ihrem Inhalt verbinden.
- Generalisierung oder Übergeneralisierung: alle Frauen sind Mamas.
📚 Die lexikalische Entwicklung 2
- Seit 1,5 = 18. Monaten: die syntaktische Phase.
- Die Unterscheidung zwischen Nomen und Verben.
- Das Dominieren der Nomen im Deutschen, im Englischen aber nicht im Türkischen.
- Die ersten Zweiwortsätze: Jan Bett, Blumen blühen.
- Wortschatzspurt: 18. Monat mehrere Wörter pro Tag, 24. Monat 4-Mal, 30. Monat 6-Mal mehr.
- Die Vorschulzeit: bis zu 3000 Wörtern bei Fünfjährigen im aktiven Gebrauch, bis zu 14.000 Wörtern bei Sechsjährigen im passiven Gebrauch.
1️⃣ Ein-Wort-Phase
- 12.-18. Monate.
- Seltener Verbegebrauch, wenn schon, dann im Infinitiv.
- Nomen im Singular Nominativ.
- Keine Verknüpfungen zwischen den Wörtern.
2️⃣ Zwei-Wort-Phase
- 18.-24. Monate.
- Nomen und Zahlwörter sind dominant.
- Erste Pluralformen: schuhe putt.
- Seltener Artikelgebrauch, wenn schon, dann unflektiert: de uwe auch.
- Bei Nomen-Verb-Äußerungen die Voranstellung der Nomen: mama esse, schuhe auszieh.
- Erste Partizipialformen des Verbs.
- Keine verbalen Zeitformen.
- Die Fragesätze mit dem Fragewort was?
3️⃣ Drei- und Mehr-Wort-Phase 1
- 2.-4. Jahre.
- Artikel.
- Unterscheidung zwischen Nominativ und Akkusativ.
- Die Erkennung vom Dativ im 3. Jahr.
- Personalpronomen 1. und 2. Person Singular im 2,5.-3. Jahr.
- Subjekt-Verb-Kongruenz: hast du ein bonbon mit?
- Die Zweitstellung der finiten Verbform im Satz.
- Vergangenheitsflexion des Verbs.
- Person Singular.
🏗️ Drei- und Mehr-Wort-Phase 2
- 2.-4. Jahre.
- Korrekte Fragesätze und die damit verbundene Inversion in der Wortfolge: Was macht die Frau?
- Die ersten Passivkonstruktionen.
- Die ersten komplexen Sätze.
- Die richtigen Perfektformen.
- Modalverben.
- Präpositionen und andere Funktionswörter.
📐 Die morphologische und die syntaktische Entwicklung
- Frage an einen Zweijährigen, wie die Pluralform von „Eimer“ ist.
- Die Antwort: „Eimas“.
- Die Erklärung: Erwachsene sprechen –er als –a aus, etwa 80 % –er als –a ausgesprochen. An Wörter, die auf –a enden, werden in der Regel die Endungen –s angehängt.
🎓 Reife der Sprache
- 5 Jahre: komplizierte Satzstrukturen.
- 10 Jahre: reife Sprache.
🌍 Der bilinguale Erstspracherwerb 1
- Die ersten Untersuchungen am Anfang des 20. Jhs.
- Bilingualismus im britischen Raum: die Existenz zweier Sprachen in der Gesellschaft.
- Im deutschen Raum: die individuelle Mehrsprachigkeit.
- Die zweite Erstsprache wird erlernt wie die Varietät einer und derselben Sprache.
👥 Der bilinguale Erstspracherwerb 2
- Die Voraussetzungen für den bilingualen Erstspracherwerb sind die gleichen.
- Der bilinguale Erstspracherwerb = doppelter Erstspracherwerb.
- Bilinguale Kinder: erkennen schneller unterschiedliche Laute, trennen relativ früh die grammatischen Strukturen beider Sprachen, erkennen und produzieren die Laute in beiden Sprachen gleich erfolgreich.
🗺️ Zweitspracherwerb 1
- Das Erlernen der zweiten und aller weiteren Sprachen.
- Anfang der Untersuchungen in den 50er Jahren des 20. Jhs.
- Die Grundlage: kontrastive Sprachuntersuchungen, Fremdsprachenlernen.
- Spracherwerb unbewusst vs. Sprachlernen bewusst.
🧩 Zweitspracherwerb 2
- Voraussetzungen und bisherige Erkenntnisse: Die Menschen verfügen über die Kenntnisse der ersten Sprache. Vieles hängt mit dem Alter zusammen, wann fängt man an zu lernen, und mit dem Kontext: formal, nicht formal.
- Begriffe:
- Interferenz: Die Übertragung sprachlicher Regeln der Erstsprache auf die Fremd- oder Zweitsprache.
- Fehler: Ergebnis der Interferenz.
⏱️ Zweitspracherwerb 3
- Die kritische Phase für das authentische Erlernen einer fremden Sprache ist das Alter von 10 Jahren.
📝 Hausarbeit
- „Die ausgewählten Wortarten im Spracherwerb deutscher Kinder“ – Analyse der Sprachentwicklung eines ausgewählten deutschen Kindes: 0,5 Jahre – 1,5 Jahre – 2,0 Jahre.
- Bewertung im Rahmen der Zwischenprüfung am 12. Oktober 2010.