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🧑‍🏫 Ferdinand de Saussure

  • Leben Die Zeichenlehre Kritische Bemerkungen

🌍 Leben

  • 26.11.1857 in Genf geboren. Starb in 1913.
  • Studierte in Genf, Leipzig und Berlin. Einfluss der Leipziger Schule: Sprache als Gesamtheit aller von einer zufällig produzierten Sätze.
  • Ab 1891 lehrte er als Professor für Sanskrit und Sprachwissenschaft an der Genfer Universität.
  • Begründer der modernen Linguistik betrachtet.
  • Wichtigstes Werkes: Grundfragen der allgemeinen Sprachwissenschaft.
  • Ideen: allgemeine Theorie der Sprache als Zeichensystem und eine einfache Methode, Zeichensysteme zu analysieren.

🏗️ Der Strukturalismus

  • Beziehung zwischen Einheiten und Regeln innerhalb eines Systems.
  • Strukturalistische Analyse: Suche nach Oberflächephänomenen, der Art und Weise, wie Einheiten zusammengesetzt werden können. Keine Beschäftigung mit Inhalten.
  • Die Strukturen hinter eines bedeutungsvollen System werden innerhalb des Subjektes generiert. Der Kopf sucht nach Regeln und archiviert sie.
  • Die Weltordnung existiert im Subjekt.
  • Keine Negation der objektiven Welt, aber sie muss sinnvollerweise durch Subjekte strukturiert werden.

🗣️ Der Strukturalismus in der Sprache

  • Einheiten: die Wörter einer Sprache.
  • Regel: die grammatischen Regeln einer Sprache.
  • Die grammatischen Regeln und Wörter der Sprachen unterscheiden sich von einander, aber die Strukturen sind dieselbe: zusammengesetzte Wörter innerhalb eines grammatikalischen Systems, um Bedeutung zu bilden.

📖 Weiteres Beispiel einer strukturalistischen Analyse

  • Alle Märchen, Mythen oder andere Erzählungen können strukturalistisch analysiert werden. Unabhängig von Feinheiten, die Grundstrukturen sind immer gleich.
  • Die Einheiten sind die Charaktere.
  • Die Regeln sind:
    • A) Stiefmütter sind „böse“
    • B) Prinzessinnen sind Opfer
    • C) Prinzen und Prinzessinnen heiraten am Ende der Geschichte

📐 Formale Definition von Strukturalismus

  • Struktur: jedes konzeptuelle System mit folgenden Eigenschaften:
    • A) Totalität – Das System funktioniert als Gesamtheit, nicht als Sammlung von unabhängigen Teilen.
    • B) Veränderbarkeit – Das System ist nicht statisch. Neue Einheiten können integriert werden. Sie funktionieren aber nach den Regeln des Systems.
    • C) Selbst-Regulierung – Neue Einheiten können hinzugefügt werden, aber die Grundstruktur des Systems wird dadurch nicht beeinträchtigt. Veränderungen können zu etwas außerhalb des Systems führen.

🧠 Der Strukturalismus von F. de Saussure

  • Kritisiert die Vorstellung, dass die Welbenennung die Sprachbasis darstelle. Aber: Die Idee, dass eine sprachliche Einheit sich aus zwei Elementen zusammensetzt ist schon drin.
  • Festlegung des Gegenstandes der Sprachwissenschaft: Beschäftigung mit der Langage, die sich aus Langue und Parole zusammensetzt.
  • Langue: soziale Institution, Festlegung der Sprachregeln, unabhängig von der Parole. System aller sprachlichen Mittel. System der Zeichen, Verbindung von Lautbild und Vorstellung.
  • Langue: unabhängig des Individuums. Es kann sie weder erzeugen noch verändern. Sie ist Produkt der Kollektivität.
  • Die parole ist zweitrangig. Sie wird nicht der engeren Linguistik zugeteilt.
  • Die parole: Summe aller Sprechakte.
  • Der Satz ist kein Teil der Langue sondern der parole, daher fehlt die Syntax im Cours.
  • Sprache: System von Differenzen führt zur Entwicklung der Unterscheidung von Sprache als langue/Sprechakte, welche das System ermöglicht, auf die der Strukturalismus und die Semiotik aufbauen.
  • Untersuchung der Sprache als System zu einem gegebenen Zeitpunkt und der Untersuchung der Beziehungen zwischen Elementen verschiedener Perioden.
  • Unterscheidung zwischen zwei Arten von Differenzen innerhalb des Systems, syntagmatischen und paradigmatischen Beziehungen, und zwischen den beiden Konstituenten des Zeichens, dem Signifikanten und dem Signifikat.

🔄 Sprachliches Zeichen nach Ferdinand de Saussure

  • Vorstellung
  • Lautbild

🏷️ Der Strukturalismus von F. de Saussure

  • Sprachliches Zeichen und Namen vereinigen in sich keine Sache. Ein Gegenstand ist ‘etwas im Geist tatsächlich Vorhandenes, das zwei Seiten hat’, und sich durch das obige Diagramm darstellen ließ.
  • Saussure gab zu, dass dies dem damals üblichen Sprachgebrauch zuwiderlief; um Vorbeugung der AMBIGUITAT: drei verwandte Termini kamen hinzu:
  • Vorschlag: das Wort Zeichen für das Ganze beibehalten. Vorstellung bzw. Lautbild durch Bezeichnetes und Bezeichnung ersetzen.
  • Das französische signifié wird im Deutschen als Signifikat oder Bezeichnetes, im Englischen als signified wiedergegeben, signifiant als Signifikant oder Bezeichnendes bzw. signifier.
  • Das Zeichen wird in zwei Unterstrukturen unterteilt:
    • Signifikat: Zeicheninhalt.
    • Signifikant: äußere Zeichenform.
  • Zeichen als relationale Einheiten: Die Bedeutung entsteht allein durch Differenz zu anderen Zeichen und haftet nicht den Dingen und Sachverhalten der Realität an.

⚖️ Der Strukturalismus von F. de Saussure

  • Der zentrale Kern der langue ist der Begriff des Systems, und damit auch des valeur.
  • Die Sprache sei nur Form und nicht Substanz.
  • Voraussetzungen der Sprache:
      1. Homogenität der Sprachgemeinschaft.
      1. Das Sprachsystem ist statisch, unterliegt keinen Veränderungen.
  • Es gibt eigentlich zwei Begriffe von Langue: langue als System und langue als soziale Institution. Die wesentlichen Oppositionen, die man mit langue/parole assoziieren kann sind Sozial/individuell, virtuell/konkret und systematisch/willkürlich.

🎭 Zwei grundlegende Eigenschaften des sprachlichen Zeichens

  • Beliebigkeit: Verbindung zwischen Symbol und der Laut ist arbiträr. Erklärung für das Vorhandensein mehrerer Sprachen. Konventionalität der willkürlichen Verbindung: Der Verständnis wegen muss die Regel gehalten werden.
  • Onomatopoetika: lautmalerische Ausdrücke fallen ebenfalls unter diese Eigenschaft, da sie keine exakte, sondern nur annähernde Imitationen anderer Laute sind.
  • Linearer Charakter: Die Bezeichnung verläuft in der Zeit und hat deshalb ebenfalls Eigenschaften, die zeitlich bestimmt sind.

🔒 Unveränderlichkeit der Sprache

  • Bezeichnungen können nicht beliebig durch andere ersetzt werden.
  • Sprache wird “weitervererbt”.
  • Sprache beruht auf keinerlei Norm und kann daher auch nicht in Frage gestellt werden.
  • Die Zahl der Zeichen ist unveränderbar.
  • Sprache = “Institution”.

🔓 Veränderlichkeit

  • Auch Sprache wird im Laufe der Zeit verändert, selbst wenn es sich um einen längeren Zeitraum handelt.
  • Gesamtheit der sprachlichen Gewohnheiten eines Individuums.
  • Ohne Sprachgemeinschaft keine lebendige Sprache.
  • Sowohl Sprachgemeinschaft als auch Zeit sind für Sprachwandel unverzichtbar!

⚠️ Kritische Bemerkungen zur Sprachtheorie von F. de Saussure

  • Semiotik wird auf langue reduziert.
  • Folge: undialektische Trennung z. em Individuellen und dem Sozialen oder dem Besonderen und dem Allgemeinen.
  • Keine eindeutige Antwort auf die Frage nach dem Zweck/Funktion der sprachlichen Zeichen und Zeichen im allgemeinen.
  • Saussure nennt nur die Zweckbestimmung, dass die Zeichen dem „Ausdruck der Ideen“ dienen.
  • Semiotik nach Saussure: Zufriedenheit mit der Zweckbestimmung der Zeichen und konsequenterweise in allen menschlichen Fakten den „Ausdruck von Ideen“ entdeckt.
  • Saussures Zeichenlehre gibt keine Antwort auf die Frage, welchen Zweck die Menschen verfolgen, wenn sie „Ideen ausdrücken“.
  • Das Zeichenbegriff Saussures sei zu stark am einzelnen Wort orientiert.
  • Die generative Transformationsgrammatik kritisierte der Saussures Lehre, die Tatsache, dass die in der Saussureschen langue nur ein „store of signs“ gesehen hat.

🔄 Chomskys Interpretation

  • Chomsky interpretiert Saussures Begriffspaar langue/parole auf eine besondere Art.
  • “Kompetenz” bezieht sich auf die Kenntnis der Sprache und entspräche der “langue”.
  • “Performanz” bezieht sich auf die Realisierung der Sprache und entspräche der “parole” Saussures.
  • Es gibt aber Unterschiede: Für Saussure ist die langue ein Inventar von Elementen, nicht ein System generativer Regeln.
  • Außerdem war für Saussure die Syntax nicht Gegenstand der langue sondern der parole.
  • Die soziale Funktion der Sprache gehörte zur langue.

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